Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 3 (März 1913)
- Article
- Wiederum eine Antwort
- Date
- 1913-03-01
- Page
- 108 (sequence 4)
- Language
- German
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108 Im. deutschen Reich. schast steht. Völker ohne metaphysisch gegründetes, dem eigenen Blute entwachsenes Gemeinschaftsziel und Kulturideal verüben schließlich immer Selbstmord. In diesem Zusammenhänge ist der Rückgang der Geburten zu werten, den wir heute beklagen. Also sieht „Recht und Gerechtigkeit" bei denen, die Volk und Staat als Organismus betrachten, auf einer bestimmten Blutsgrundlage anders aus als bei den jüdischen Organisationen (die Zionisten ausgenommen). In unserem Sinne kann der Jude naturnotwendig nur G a st sein, so weit er eben nicht in eigenem jüdischen Nationalstaate lebt, und der Gast hat nicht mitzubestimmen, wenn der Wirt Entschlüsse faßt; er hat nicht den Besitz seines Wirtes mitzuverwalten. Was Ihnen „Recht und Gerechtigkeit" ist, das ist also uns Anmaßung. And das Recht zu solchem Arteil verleiht uns die Erkenntnis der dauernden' Notwendigkeiten, der Zukunftsnotwendigkeiten unseres Volkes, dessen Erhaltung uns Deutschblütigen mehr und mehr Religion wird. Vergessen Sie dabei nicht: Hätten wir eine Religion wie Sie (ich lasse dahingestellt, ob sich das Deutschtum unter ihr Wohl zu fühlen vermöchte), so würde dem Judentum in deutschen Landen nie das mindeste Recht eingeräumt worden sein, nicht einmal das auf seinen Besitz. Aber selbst der m e ch a n i st i s ch e Staat, der sich klar als solchen erkennt, hat seine Belange mechanistisch zu regeln, und da würde die Verhältnisziffer des Judentums im Volke zum gegebenen Maßstab für seine Berücksichtigung. Wollen Sie diesen Maßstab? Wollen Sie die mechanische Parität? Von Ihrer Religion habe ich gesprochen, vr. Goldmann sagt, ich hätte sie beschimpft. Aber ich habe auch da lediglich Tatsachen festgestellt, und wenn sie dem Juden an sich schimpflich erscheinen, so bin ich dkkran unschuldig, obwohl mich die Tatsache erfreulich dünkt. Goldmann deutet auch an, ich selbst hätte schlimme Erfahrungen mit Ihrem „Centralverein" ,gemacht, von denen ich schwiege. Run, ich hatte in einem langen Aufsätze des „Hammer" zwischenein erwähnt, daß „die jüdische Religion ungeheuer tief unter der katholischen steht in sittlicher Beziehung, daß sie ihren Bekennern den Betrug, den Wucher und noch verschiedene andere Dinge — man scheut sich ordentlich, sie gerade herauszusagen — uns Ariern gegenüber zur Pflicht macht". Darauf hatte der „Centralverein" Strafantrag gegen mich gestellt. Aber das Leipziger Gericht beschloß, das Verfahren nicht zu eröffnen, weil der Satz keine Beschimpfung der jüdischen Religion barst elle,. sondern lediglich eine Kritik verschiedener religiöser Bestimmungen bzw. Lehren des Judentums. Darauf beschränken sich bislang meine persönlichen Erfahrungen mit dem „Centralverein". Ob vr. Goldmann aus dieser Angelegenheit wirklich viel für sich gewinnen kann? Wir wollen uns nicht zwecklos reizen. Mir erscheint es unmöglich, daß Angehörige des Centralvereins die oben erwähnten Oualitäten der jüdischen Religion nicht selbst kennen. Warum denn will man sie verbergen, wenn man doch der Meinung ist, daß sich der Inhalt der jüdischen Religionslehren mit den Notwendigkeiten unseres Volks- und Staatstums verträgt? Jetzt ist eine neue Talmudausgabe von Alfons Szentesy erschienen. Da wird nicht nur Rohlings Aebersetzung bestätigt, sondern weiteres geboten. Ich vermag es, cum. grano salis zu lesen und bin nicht der Meinung, daß jede Abort-Bestimmung des Talmud dem heutigen Judentum anzu-- kreiden sei. Aber es ist doch ausgeschlossen, daß das Judentum heute einen ganz anderen religiösen Geist in sich trage, als er in jenen Schriften sich ausprägt, von denen immer wieder jüdische Ge-