Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1913)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1913-02-01
- Page
- 88 (sequence 10)
- Language
- German
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8^ deutschen ö\cid). es, der seinerzeit die unwahre Behauptung in die Weit setzte, daß jüdische Aerzte nicht mehr zur Untersuchung militärpflichtiger Mannschaften herangezogen würden, weil sie sich Durchstechercieu hätten zuschulden kommen lassen. Die damals' von uns darüber befragten Kriegsminister erklärten, daß ihnen von derartigen Durchstechereien behufs Befreiung Militärpflichtiger nichts bekannt fei. -- Die „Hausarzt - Ze i L s chrift für Gesundheitspflege und Lebenskunst" hatte in Br. 1l ihres vorigen Jahrgangs die von uns bereits niedriger gehängte Notiz des „Türmers" „Ja, das ist ein Geschäft" ausgenommen. Auf unseren Einspruch hat die Redaktion der ,,Hausarzt-Zeitschrift" eine Richtigstellung gebracht und unserem Verein ihr Bedauern ausgedrückt. — In Nr. 38 der Deutschen M e t a l l i u d u st rie - Zeitung fand sich bei der Besprechung einer Zuschrift aus Löln sorgende Bemerkung: „Was den Inhalt der Zuschrift angeht, so verfällt sie doch etwas sehr in den bekannten Radauantisemitismus, dem man sich nicht anschließen kann, wenn man. auch zugeben muß, daß die jüdische Rasse manche unangenehmen Eigenschaften hat". — Ls ist erklärlich, daß eine derartige antisemitische Bemerkung in einem Fachblatt, das absolut urrpolitisch sein will, den Anspruch darauf erhebt, für objektiv gehalten zu werden und lediglich die Interessen der Metallindustrie zu vertreten hat, in jüdischen Kreisen der Fertigindustrie unliebsames Aufsehen und lebhaftes Mißfallen hervorrief; insbesondere waren es Münchener Herren, die ein ernergisches Vorgehen verlangten. Wir erhoben bei der Redaktion Beschwerde; die Folge war, daß der Redakteur, welcher die antisemitische Notiz veranlaßt hatte, entlassen wurde. Die Redaktion bedauerte den Vorfall aufs tiefste mit) brachte dies in einer Erklärung in der nächsten Nummer der Metall-Iuduftrie-Zeitung zum Ausdruck. — Die in Düsseldorf erscheinende illustrierte Wochenschrift für Arbeit, Art und Kunst, „Der Nied e rrhe in", deren Herausgeber Dr. Hermann Bartmann politisch sich zum Liberalismus.bekennt, brachte trotzdem vor einiger Zeit unter ihrer Rubrik „Kleine Mitteilungen" eine brillante Reklame für die stockantisemitisch-e Schrift des Dr. H. Pudor „Deutschland für die Deutschen". Unser darüber der Redaktion mitgeteiltes Befremden hat die erfreuliche Wirkung ausgeübt, daß in dem am 20. Dezember erschienenen Heft des „Niederrhein" Nachstehendes veröffentlicht wurde: „,Aus Menschenliebe. Unter diesem Kennwort brachten wir kürzlich einige Sätze aus einem Schriftchen Heinrich Pudors, das den krassesten Antisemitismus predigt. Wir glaubten unseren Lesern mit den klobigen Sätzen, die an die Zeiten det schlimmsten Iudenhetzen erinnern, eine köstliche