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Im deutschen Reich · 1913-02-01 · Heft 2 (Februar 1913) · p. 87

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 2 (Februar 1913)
Article
[Ohne Titel]
Date
1913-02-01
Page
87 (sequence 9)
Language
German
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Vcrcinsriachrich:ei!. 87 stattfand, war sehr gut besucht. Nach einem beifällig aufgenommeneu Bortrag des Herrn Leopold I a r o cz y nski -Berlin über „Modernen Antisemitismus" ergänzte der Vorsitzende der (Gruppe Pinne-Birnbaum, Herr Alfred Marcus-Pinne, die Ausführungen des Redners. An der sich anschließenden Debatte beteiligten sich die Herren Martin Marcus-Pinne, Kantor Piski und Rechtsanwalt Kuntz aus Birnbaum, wie auch Herr Michaelis aus Meseritz. Durch diese Versammlung gewann der Verein 15 neue Mitglieder aus Birnbaum, Pinne und Zirke. — Der aus einer Veröffentlichung in den „Deutsch-Sozialen Blattern" bekannte Zollsekretär Arnold in Hamburg hat erklärt, daß er sich für den Fall seiner Wahl in die Bürgerschaft in Hamburg dem linken Zentrum anschließen würde. Demgegenüber erklärt der Wahlausschuß des linken Zentrums in einem Schreiben: „Sollte Herr Arnold nach seiner Wahl seine Aufnahme in die Fraktion Linkes Zentrum beantragen, so wird dieselbe über seine Aufnahme zu beraten haben. Ist er Antisemit, so ist seine Aufnahme auf Grund der öffentlichen Erklärung der Fraktion des Linken Zentrums vom 15. und 19. Januar 1910 ausgeschlossen." — In der Sitzung der Dessauer Stadtverordnetenschaft vom 7. Januar ist unser Vorstandsmitglied Landtagsabgeordneter Rechtsanwalt Dr. Cohn zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt worden. — Auf Anregung aus unserem Leserkreise teilen wir mit, daß vielfach jüngere jüdische Anwälte bereit sind, in kleineren Orten mit teilweise jüdischer Bevölkerung sich niederzulassen, falls ein Bedürfnis dazu vorhanden ist. Wir sind bereit, sachdienliche Mitteilungen über Niederlassungsmöglichkeiten entgegenzunehmen und an die Interessenten weiterzugeben. — Ein Kampf zwischen Konservativen und Liberalen und insbesondere gegen die „linksliberale Presse" hatte das „Striegauer Tageblatt" veranlaßt, in der Nr. 266 vom 12. November vorigen Jahres einen Artikel zu veröffentlichen, in dem jüdische Bürger in herabsetzender Weise kritisiert wurden. Der Ton der betreffenden Notiz und einzelne Auslassungen, wie „Leute, die der Synagoge näher stehen", „ausgerechnet Ihr", „wenn man das Worr Jude nur in den Mund nimmt", waren hinreichend geeignet, die jüdischen Bürger Striegaus zu verletzen und sie davon zurückzuhalten, mit dem „Striegauer Tageblatt" ferner in Beziehung zu bleiben. Seitdem scheint die Redaktion von derartigen antisemitischen Veröffentlichungen Abstand genommen zu haben, die auf den Einfluß des früheren Pastors Dr. Nitschke in Breslau zu rückzu sühnen sind, der sie mit dem politischen Material versorgt. Herr Pastor Nitschke ist durch seine antisemitische Wühlerei hinreichend bekannt. Er war

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