Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1913)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1913-02-01
- Page
- 89 (sequence 11)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 8- Minute zu bereiten. Zu unserem Befremden haben jüdische Kreise daraus ein Bekenntnis unserer Schriftleitung zum Antisemitismus gefolgert. Daß uns dieses fern liegt, beweist am besten die Tatsache, daß wir jüdische Herren, wie Di*, de Ionge, T)r. Zaudy, zu geschätzten Mitarbeitern zahlen, und gerade Herr Dr. de Ionge in unserer Zeitschrift in dem Artikel „Die neue ^Universität Cöln", Jahrgang 1, Heft 8, für die volle (Gleichberechtigung der Juden im Lehrkörper der Universitäten cingetreten ist." —- Bon einem Vereinsmitglied wird uns mitgeteilt: „In dem von der bekannten Schlesingerschen Buch- und Musikalienhandlung zu Berlin herausgegebenen Opernführer zu Richard Wagners „Rhein gold" befindet sich in der Einleitung folgende Stelle: Inmitten des jammervollen Vcitsranzes, von dem anläßlich dieses unerhörten Meisterwagnisses die stark vom foetor Judaieus (üblen jüdischen Geruch) umnebelte deutsche Presse und das durch diese amüsierte deutsche Philister- Publikum befallen worden waren, ist der Bayreuther Schöpfungsgedanke damals doch zur Tat geworden usw. — Ich habe Gelegenheit genommen, den Inhaber der Musikhandlung Herrn Rob. Lienau auf diese häßliche antisemitische Stelle aufmerksam zu machen mit der Bitte, bei einer. Neuauflage des Buches diese Stelle zu streichen resp. abzuändern. Dies wurde mir von Herrn Lienau in freundlichster Weise zugesichert, und mit Worten des Dankes bat er mich zugleich, ihm eventuelle ähnliche Fälle zwecks Aenderung sofort mitzuteilen." — Im „Berliner Tageblatt" befand sich kürzlich ein großes Inserat der „Hannoverschen Spitzenfabrik" in Hannover, die für ihr nen zu errichtendes Detailgeschäft einen christlichen Pächter mit einem Kapital von 20 000 M. suchte. — Die Firma Carl Simon Harmoniehaus (Inhaber Willy Simon), Berlin, Steglitzer Str. 35, lehnt grundsätzlich die Anstellung von Juden ab. — In unserem Dezemberheft brachten wir die Mitteilung, einer der Hauptführer des „Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bankbeamten", Herr Wilhelm Rahn, habe einmal erklärt, er sei von einem Kaufmannsgericht gelegentlich einer Klage abgewiesen worden, weil die Beisitzer Juden gewesen seien. Man macht uns auf eine inzwischen erfolgte öffentliche Erklärung des Herrn Rahn aufmerksam, wonach es ihm fern gelegen habe, seine Abweisung vor einem Kaufmannsgenchte mit der jüdischen Konfession seiner Richter in ursächlichem Zusammenhang zu bringen