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Im deutschen Reich · 1913-02-01 · Heft 2 (Februar 1913) · p. 70

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 2 (Februar 1913)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1913-02-01
Page
70 (sequence 4)
Language
German
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70 Im deutschen SHctcf). unsere Aufgabe, dies zu rügen wenn man aber die Kühnheit hat, uns ohne allen Anlaß der Anzettelung einer künftigen Revolution zu beschuldigen, dann haben wir das Recht und die Pflicht, rund heraus zu erklären, die geehrten „Triarier" mit ihrer „gottgewollten Abhängigkeit" möchten die VorbereiLer einer Revolution an der rechten Stelle suchen. Ohne Hilfe des Regierungsapparates stünde es auch heute schon schlimm mit den Konservativen. Sie können es nicht länger umgehen, zu prüfen, ob es wohlgetan war, durch Auffrischung des „Tivoli-Programms" den Rebermut der radikalen Antisemiten bis zu dem Grade zu steigern, der sich in folgenden Worten kundgibt: „Bringen wir es nicht fertig, eine derartige Volksbewegung zu entfachen, so werden in kurzer Zeit die Juden das Heft ganz in der Hand haben. Wir dürfen es also auch nicht länger ruhig mitansehen, daß unser oberster Landesherr die Juden auszeichnet, bei Juden (Katzenstein i. Fa. Liebmann) Weihnachtskäufe macht, jüdische Synagogen besucht usw. Nicht, daß wir ihm unsere Liebe und unsere Treue entziehen — aber es müssen sich Männer finden, die ihm die Augen öffnen und die Türen , der Königsschlösser vor jedem Juden schließen. Gibt eskeinen o st preußischen Kammerherrn mehr, der, wenn ein Jude die Treppe zum Königsschloß herauf zu st eigen wagt, ihn durch einen Königsgrenadier hinausbefördern läßt? und kann der Kaiser uns kein besseres Beispiel geben? Daß der deutsche Hochadel gelegentlich seinen Geldbeutel dadurch aufzufüllen versucht, daß er einen Sprößling an eine reiche Jüdin verkauft, ist dann freilich nicht zu verwundern. Auch hier müssen Femgerichte in Wirksamkeit treten. Aufgaben für die Germanen-Orden . . Die „Welt am Montag" bemerkt hierzu: „Der Kammerherr als Zensor des Kaisers, und der Königsgrenadier als Rebell gegen seinen „Allerhöchsten" Kriegsherrn! Solches gebietet den Antisemiten der Royalismus". Der antisemitische Abgeordnete Dr. Werner- Gießen konnte in der Reichstagssihung vom 15. Januar folgende Aeußerungen wagen: „Leute, die an der Spitze des Staates stehen, treten die Interessen des Mittelstandes mit Füßen. An hoher Stelle merkt man sehr wenig Verständnis für das kleine Erwerbe. Katzenstein kann sich hohen Besuches rühmen, Kempinski bezieht von hoher Stelle Ladiner Kacheln, Wertheim ist der Verkauf dieser Kacheln übertragen, und die Synagoge in der Fasanenstraße kann sich hohen Besuches erfreuen." Dazu schwiegen „die Triarier Sr. Majestät".

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