Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1913)
- Article
- Kattowitz
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 28 (sequence 7)
- Language
- German
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28 Im deutschen Reich. bandes die Zahl der oberschlesischen Ortsgruppen von sieben, auf e l f gestiegen ist, und daß die Gründung von drei neuen Ortsgruppen in diesem Winter bevorsteht. Die Anzahl der Mitglieder hat sich im gleichen Zeitraum von 1400 auf 2000, also um etwa 43«/« vermehrt. In der Diskussion werden die Richtlinien für die künftige Propaganda genau erörtert. Herr Iustizrat Salinger-Oppeln und Herr Iustizrat Kochmann-Gleiwitz referieren dann über eine interne Angelegenheit von großer lokaler Bedeutung. Nach kurzer Diskussion trat man in eine freie Aussprache ein, bei der ebenfalls meist lokale Angelegenheiten und Wünsche ihre Klärung und Erledigung fanden. Eine Listenpropaganda, die mit der Einberufung der Versammlung verbunden worden war, brachte siebenzig neue Mitglieder. * — In Hamburg hat im Anschluß an eine Vorstandssitzung der.Ortsgruppe am 26. Oktober eine Mitgliederversammlung und danach eine öffentliche Versammlung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens unter dem Vorsitz des neugewählten Vorsitzenden Herrn Rechtsanwalt Or. Hinrichsen stattgefunden. Prof. vr. G o l d st e i n - D a r m - stadt sprach über das Thema: „Der Solidaritätsgedanke im 19. Jahrhundert". Er beleuchtete den Solidaritätsgedanken im biblischen Judentum. Trotz mancher Rückschläge hat sich der Solidaritätsgedänke weiter entwickelt und es sind auch unzählige Kräfte an der Arbeit, den Solidaritätsgedanken mit Leben zu erfüllen. Das beweisen die 80 internationalen Vereinbarungen, die das 19. Jahrhundert herbeigeführt hat. Gefördert hat den Gedanken der große Aufschwung der Technik, die mehr Menschen als früher zusammengeführt und voneinander abhängig gemacht hat, vor allem die Steigerung der Verkehrstechnik. Dazu kommt die Erkenntnis der Wissenschaft des 19. Jahrhunderts, daß das ganze Universum eine solidarische Einheit sei. Der Solidaritätsgedanke ist zuerst in der Nation tätig. Wir Kulturmenschen sind aber über die Grenzen der Nation hinaus mit kulturellen Gebieten verbunden. So gehören wir einer Glaubensgemeinschaft an, in der ein starkes Solidaritätsbewußtsein lebt, das aber nicht zu verwechseln ist mit dem Gedanken eines internationalen Zusammenschlusses zu Machtzwecken. Das jüdische Solidaritätsbewußtsein hat großartige Organisationen humanitärer Art geschaffen. Man kann als deutscher Jude ihnen angehören, aber, wenn man sich zugleich als Deutscher und Jude fühlt, muß man auch dem Centralverein angehören, der uns nach innen und außen zusammengeschlossen hat und sich dafür einsetzen will, daß das Recht verwirklicht wird. Nach den mit reichem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Herrn