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Im deutschen Reich · 1913-01-01 · Heft 1 (Januar 1913) · p. 14

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 1 (Januar 1913)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1913-01-01
Page
14 (sequence 3)
Language
German
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14 Im deutschen Reich. vom Judentum zu fordern, sondern vom Staat und von der Kirche, in deren Macht es steht, den Grund der Beschwerden dadurch zu beseitigen, daß der Abfall vom Judentum nicht mehr durch materielle Vorteile belohnt und daß den Fahnenflüchtigen der Verkehr in sonst verschlossenen gesellschaftlichen Kreisen nicht eröffnet wird. Daß eine politische Annäherung eines Teiles der jüdischen Bevölkerung den nicht vollständig im Banne des Bundes der Landwirte stehenden Konservativen auchbeideugegenwärtigen Verhältnissen erwünscht wäre, wird schon jetzt von den radikalen Antisemiten, angenommen. Z. B. sagt die Dresdner „Deutsche Reform": „Die ganze Iudenfrage wird bei den Konservativen (Ausnahmen sind selbstverständlich) nur sehr äußerlich gesehen, und es ist wenig Aussicht, daß sich diese Dinge ändern. Für die große Mehrzahl der Konservativen wird insbesondere durch das Taufwasser alles Jüdische hinweg« gespült. Die Tieferblickenden aber haben keinen Einfluß, und würde der Bund der Landwirte in der Iudenfrage einmal versagen (unsichere Kantonisten hat er auch gerade genug!), so würde der Iudenparagraph der Konservativen sehr bald erledigt sein — in der Praxis vermutlich noch eher als in der Theorie" In den liberalen Kreisen ist man jedoch anderer Meinung; dort wird das Verhalten der Hintermänner der „Kreuz-Zeitung" nur auf den Wunsch zurückgeführt, bei einer weiteren Entzweiung mit dem Zentrum einen Ersatz durch einen engeren Anschluß bei den Nationalliberalen zu finden, die nicht dem Bunde der Landwirte sich zuneigen und bei einer Abmilderung des antisemitischen Programms der Konservativen eher zu gewinnen sein würden. Der „Bund der Landwirte" wird aber voraussichtlich diese Aenderung möglichst zu verhindern suchen. Die Agitationsweise seiner provinziellen Organe hat in letzter Zeit mehr und mehr agrar-demagogischen Charakter gezeigt. In der Nummer 47 der Zeitschrift „Bund der Landwirte für Ostpreußen" war aus Anlaß, der Versetzung eines Kreisarztes folgende Aeußerung zu lesen: „Wie es kommt, daß die Regierung dem jüdischen Lärm so willfährig nachgibt, das kann man leicht wissen, wenn man weiß, wie es in bezug auf die rassige Besetzung der Geheimratsposten unserer Ministerien aussieht. Die Juden und Halbjuden haben da längst das Heft in der Hand. Dem deutschen Volke wird diese Tatsache sorgfältig vorenthalten. Es ahnt nicht, daß es von Juden regiert, wird. Deutschland ist

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