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Im deutschen Reich · 1912-12-01 · Heft 12 (Dezember 1912) · p. 560

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 12 (Dezember 1912)
Article
Berlin
Date
1912-12-01
Page
560 (sequence 4)
Language
German
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Im deutschen Reich. r>oO c r f a n n t lt n b 6 e f d m p f L haben. Geheimer Rat v. D i r k - sen bestätigte dies und sagte, es lasse sich nicht leugnen, daß in den Balkanländern und im Orient jüdische Agenten den Mädchenhandel betreiben. Die Erkenntnis dieser Tatsache habe aber die wohlgesinnten jüdischen Kreise zu einer intensiven llnterititi3ung der Bewegung der internationalen Bereinigung angesvornt. — In einer vom „Deutschen B a n k b e a m t e n v e r - ein, Zweigverein Berlin," einberufenen Versammlung teilte das Vorstandsmitglied dieses Vereins, Herr Weiler, mit, daß einer der Hauptführer und Versammlungsredner des „Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bankbeamten", Herr R a h n, öffentlich erklärt habe, er sei von einem Kansmannsgerichte gelegentlich einer Klage abgewiesen worden, weil die K a u f m a n n s g e r i ch t s - B e i s i tz e r Juden ge w e s e n seien. Herr Weiler forderte Herrn Rahn auf, wenn er bestreite, Antisemit zu sein, zu.erklären, wieso er dannzu der erwähnten Annahme gelangt sei. Obwohl sich Herr Weiler, dessen Ausführungen von einigen christlichen Kollegen in der Versammlung bestätigt wurden, bereit erklärte, den Wahrheitsbeweis für seine Behauptungen vor Gericht anzutreten, hat sich Herr Rahn bis jetzt noch nicht dazu entschließen können, der Aufforderung zur gerichtlichen Feststellung Folge zu leisten. — Eisenbahnabteile. Unter dieser Ileberschrift fordert ein „Eingesandt" irrftr. 43 des „Mayener Volksfrennd" besondere Abteile in den Eisenbahnzügen mit der Aufschrift:. „Rur für Deutsche" oder „Für Juden verboten". Der Einsender meint: „Von einer Zurücksetzung irgendwelcher Art kann da nicht die Rede sein". Man sieht an einem Elaborat wie dem des Einsenders in Rr. 43, zu welchen Konsequenzen noch heute im Zeitalter der Aufklärung die traurige Bewegung führt, die der verewigte Kaiser Friedrich einst „die Schmach des Jahrhunderts" genannt hat. — Die Anstellungsverhältnisse auf dem Gebiete des höheren Schulwesens in Preußen, über die wir zuletzt im Dezemberheft des vorigen Jahrganges, S. 683/84 berichtet, haben sich im allgemeinen verschlechtert, die Zahl der Kandidaten! ist beträchtlich' gestiegen, die Zahl der offenen Stellen, die viele Jahre lang größer war als die der anstellungsfähigen Kandidaten, ist zum erstenmal wieder geringer als die der Bewerber. Von den im Vorjahr vorhandenen 102 jüdischen Oberlehrern in Preußen sind 4 ausgeschieden, 1 durch Ilebertritt zum Christentum, 2 durch Pensionierung, 1 Oberlehrer in Eharlottenburg ist zum Leiter einer städtischen Stndienanstalt befördert worden, dien angestellt wurden im Berichtsjahr von den vorhandenen

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