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Im deutschen Reich · 1912-12-01 · Heft 12 (Dezember 1912) · p. 543

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 12 (Dezember 1912)
Article
Wenn ich der Kaiser wär
Date
1912-12-01
Page
543 (sequence 4)
Language
German
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54: „Wenn ich der Kaiser war/' als die Deutschen, haben sie doch selbst bei ungleichem Rechte verstanden, die Deutschen auszubeuten und Reichtümer anzusammeln." Der Jude war in Deutschland Ackerbauer, Gärtner oder Handwerker, so lange ihm Grundbesitz gegönnt war und die Zünfte ihn nicht ausschlossen; zum Geldhandel wurde er gezwungen, weil den Christen das Zinsennehmen verboten war. Bei seiner Rechtlosigkeit war es den Machthabern leicht, ihm den Ertrag des Wuchers, der ihm die Volkswut zuziehen mußte, jederzeit wieder abzupressen. Im Mittelalter war, wie Ignaz v. Döllinger sagt, das Gold „der Schutzengel und zugleich der Würgengel der Juden". Der Welthandel und das Geldgeschäft waren ihre Schöpfung, weil die Rot ihren Verstand schärfte; sie waren, wenn vielleicht auch aus Furcht, Mildere Gläubiger als ihre christlichen Lehrlinge, die sich als spätere Konkurrenten rücksichtsloser und. gefahrvoller bereicherten und den Fürsten gegen Privilegien schenken konnten, was diese früher den Juden mit Gewalt zu nehmen pflegten. Für das „wuchern" hat bekanntlich Luther das Wort „fuggern" geprägt. Der Jude mußte sein Leben unter die Zweckmäßigkeit stellen, weil man es ihm sonst nahm; gezwungen tut er dies heute noch, weil weder Fähigkeiten noch Charakter und verdienstliche Handlungen ihm die gesellschaftliche Stellung verschaffen, die ihm die nach Frymann nur „Ehre und Unabhängigkeit" als Triebfedern ihres Handelns betrachtenden Kreise sofort einzuräumen pflegen, wenn es sich um schwerreiche und opferwillige Juden handelt. Daß diese nichtjüdischen Deutschen weit weniger Opferwillig sind und „bei ungleichem Rechte" weit besser .als die Juden verstehen, „Deutsche auszubeuten und Reichtümer anzusammeln", beweist nach dem Gedankengange Frymanns, daß oie Reichsten in Deutschland nicht die „Rothschilds" sind, sondern schlesische Magnaten und westdeutsche Industrielle christlicher Konfession. Von der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs sagt Frym a n n: „Die Masse fand sich schwer und langsam zurecht — ganz anders die Juden, das geborene Volk des Geld- und Zwischenhandels, deren Instinkt und. Geistesrichtung auf den Erwerb geht; ihre hohe Zeit war gekommen; jetzt konnten sie ihre Fähigkeiten entfalten. Richt selbst Werte schaffend, also arbeitend im schöpferischen Sinne, sondern vermittelnd, handelnd, und sie gewannen schnell im Geldwesen und im Handel eine führende Stellung. Der Jude hatte Erfolg, er gewann Geld, er wurde durch sein Geld ein großer Mann. Dies Beispiel lockte und verführte, und da nach der liberalen Auffassung der Zeit nichts geschehen durfte, um diesem freien Spiel der Kräfte zu wehren, gingen allzuviele Deutsche in die

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