Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1912)
- Article
- Der Ausklang der "Kunstwartdebatte"!
- Date
- 1912-12-01
- Page
- 539 (sequence 7)
- Language
- German
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Der Ausklang der „Kunstwartdebatte"! 539 Für einen wirklich selbstbewußten Juden sollte -es keine Gemeinschaft mit Täuflingen geben. Abgesehen davon, daß er den BergraL Gothein fälschlich verdächtigt, ein getaufter Jude zu sein, macht Staufs dem Abwehrverein drei schwerwiegende^ verletzende Vorwürfe. Er beschuldigt ihn, „Schuhputzerdien st e im Dienste Des Judentums" zu leisten, ferner, daß er nur „v ermüdete" Führer habe und daß der von ihm herausgegebene „A n t i s e m i L e n s p i e g e l" die widerwärtigsten Denunziationen gegen deutsche Männer enthalte. Jene Christen, die dem Ausschuß des Vereins angehören, kämpfen für Recht und Gerechtigkeit! Wenn Herr Staufs das für ein Zeichen jüdischen Bluts ansieht, so kann es für uns nur ehrenvoll sein. Im übrigen wird es ihm aber sehr schwer fallen, auch nur eine Tatsache anzuführen, in welcher ein Verstoß seitens eines Vorstandsmitglieds des Vereins gegen die allerstrengsten Anforderungen erblickt werden könnte, die man an die Ehre eines Deutschen und eines Christen stellen darf. Oder ist ein Kampf für die Gerechtigkeit nach Herrn Stauffs Anschauungen etwas Entwürdigendes? Judenfeinde mögen Die Ziele des Vereins nicht billigen, aber wenn sie sich herausnehmen, die Ehre angesehener christlicher Männer in dieser Weise anzugreifen, so erklärt sich das nur aus der Sicherheit, Die ihnen ihre Methode der unbestimmten, unfaßbaren Verdächtigung gewährt. Audacter calumniare, semper aliquid liaeret, so denken auch sie! Was nun schließlich den „Antisemit e n s p i e g e l" anbetrifft, so habe ich wohl häufig als Entgegnung auf sein Material die beschimpfenden Redensarten vernommen, die auch Herr Stauff verwendet; von irgendeiner sachlichen Widerlegung seiner Anklagen ist aber bisher noch nie etwas bekannt geworden, und wenn Antisemiten Dieses Buch der widerwärtigsten Denunziation beschuldigen, kommt einem unwillkürlich ein altes Sprichwort in den Sinn: „W a s ich selber tu', trau ich anderen zu!" Auf diesem festgefügten Unterbau der Organisation erhebt sich nun nach Herrn Stauff die „M acht" des Judentums! Möge man unsere „Machtstellung" erörtern, vielleicht regt sich dann das Schamgefühl und das Gewissen der anderen, wenn sie sehen, daß das Wort eine Phrase ist, vielleicht geben sie uns dann unser ersehntes Recht! Wir scheuen Erörterungen der Iudenfrage nicht, wir wünschen sie sogar, weil wir nichts zu verbergen haben und aus allen Debatten das Judentum ohne jeden Makel, aber mit neuem Glanze hervorgehen muß und wird. Rur eins verlangen wir: Daß