Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1912)
- Article
- Der Ausklang der "Kunstwartdebatte"!
- Date
- 1912-12-01
- Page
- 538 (sequence 6)
- Language
- German
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"538 Im deutschen Reich. so wie Fritsch, und er führt sogar höchst gelehrt eine - Stelle ein, nämlich „Salmub, Dibbre David § 37", die besagt, daß man aus den jüdischen Lehren einem Nichtjuden nichtsverraten dürfe, weil uns die Nichtjuden totschlagen würden, falls sie wüßten, was wir gegen sie lehren. Alke Achtung Nur müssen wir leider verraten — abgesehen davon, daß die ganz unsinnige Stellenangabe jedem auch nur oberflächlichen Kenner unbändiges Vergnügen bereitet —, daß Herrn Staufs das Mißgeschick passiert ist, eine grobe Fälschung abzuschreiben,, ebenso wie es seinem Freunde Fritsch ergangen ist, der gleichfalls keine Zeile eines hebräischen Buches zu lesen vermag. Wissen sie wirklich nicht, daß diese wie ähnliche Stellen von hervorragenden christlichen wie jüdischen Gelehrten schon längst als gemeine Fälschungen' und Verdrehungen erkannt und anerkannt, daß die „Autoritäten", aus die sich die Herren Fritsch und Staufs stützen können, allesamt als böswillige Verleumder und Fälscher — oft sogar gerichtlich — gebrandmarkt sind? Diese Behauptungen stellen wir offen und ohne Ilmschweife aus und erbieten uns, jederzeit die Beweise zu erbringen. Wir haben nichts zu verbergen, nichts zu beschönigen, unsere Schriften liegen alle offen vor den Augen der Wissenschaft da, und der objektive Forscher kann in ihnen nichts Schlimmes entdecken. Geheimbücher sind sie nur für den Ignoranten! Von diesen Organisationen, die sich auf das Neligionsj u d e n t u m beziehen, gelangen wir nunmehr zu denen, die die „getauften Juden, die Iudenabkömmlinge, und' Halbblüter, ja selbst die Arier mit jüdischen Frauen oder sonstigen jüdischen Anverwandten" in die internationale Organisation des Judentums ein gliedern! Da Herr Staufs als Zeichen des Misch blüters seinen verbissenen Judenhaß aufführt (wohingegen er meint, daß der reine Germane den Juden nicht hasse), beweist er, wie stark er selber an „Verjudung" leidet und daß auch sein eigenes Blut — wie er sich so geschmackvoll ausdrückt — „verunreinigt" sei. Unter diesen Organisationen sucht er sich den „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" heraus, um auf ihn seinen ganzen Grimm zu ergießen. Zunächst eine Vorbemerkung! Es ist eine unerhörte Beleidigung für uns, daß wir bewußt mit getauften Juden gemeinsame Sache machen sollen, mit Leuten, die selber den größten Wert darauf gelegt haben, sich von uns zu trennen! Wir verachten — ausgenommen die unendlich seltenen Fälle, da wahre Herzensüberzeugung den Ilebertritt verursacht hat, — einen jeden Taufjuden, wie wir es oft genug hervorheben.