Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1912)
- Article
- Der Ausklang der "Kunstwartdebatte"!
- Date
- 1912-12-01
- Page
- 535 (sequence 3)
- Language
- German
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Der Ausklang der „Knnstwartdebatte"? 535 -kennen zu lernen, rein jüdische Vereine gründen sollten, bleibt unverständlich. In den dazu bestimmten allgemeinen Vereinigungen haben Juden — wie mancher Schriftsteller „deutschen Bluts" bestätigen kann — zur Förderung der Schöpfungen von „reindeutschen" Dichtern mehr geleistet, als die Gesinnungsgenossen des Herrn Stauff es in aller Ewigkeit tun werden! Beleuchtet dieses Beispiel das erste Kampfprinzip, völlige Unwissenheit in allen jüdischen Angelegenheiten, so zeigt uns Stauffs Auftreten gegen die Logen \i\n anderes. Er macht den armen Deutschen gruselig vor diesen Geheimverbänden, aber er hütet sich sehr wohl, bestimmte Angaben zu machen, bei denen man ihn fassen ckönnte. Er liebt es mehr, mit ganz allgemein gehaltenen Verdächtigungen zu arbeiten, die natürlich keiner widerlegen kann. Was er von den geheimnisvollen „zehn Orienten" dieser Logen fabelt, ist sehr belustigend; denn diese Gebilde sind wirklich geheim, so geheim, daß kein einziger deutscher Jude davon weiß. Aber es sei Herrn Stauff doch erwidert, daß der Orden B'ne Beriß, von dem er anscheinend etwas gehört hat, da er die amerikanische Herkunft hervorhebt, offen daliegende, von den deutschen Behörden genehmigte Statuten besitzt, daß er über die Verwendung seiner Gelder, die nur den edelsten Zwecken der Wohltätigkeit zugeführt werden, seinen 9000 Mitgliedern öffentlich Rechnung legt, daß jedermann sich mit großer Leichtigkeit ein Verzeichnis aller Brüder und Beamten verschaffen kann, und daß ferner das segensreiche Wirken des Ordens von sehr vielen nichtjüdischen Kreisen, darunter auch von der nordamerikanischen Regierung dankbar anerkannt wird! Jedenfalls ist in ihm alles offener und freier, alles edler als in jenem jüngst gegründeten Germanenorden, der sich mit possierlicher Wichtigtuerei und grausiger Heimlichkeit konstituierte, dessen Zweck die Verbreitung des Rassenhasses ist, und der Herrn Stauff sicherlich so nahe steht, daß er dort in seinem Kampfe gegen Heimlichkeit und angebliche Machtgelüste beginnen könnte! Run kommt die Alliance heran, das Lieblingskind aller Judenfeinde! Sie hat — nach Stauffs genauester Kenntnis — im Ritualmordprozeß zu Bauten die gesamten Prozeßkosten bezahlt, im Falle Tisza-Eßlar das Recht beugen helfen, bei der jüngsten Ritualmordöeschuldigung gegen Bailis die deutsche Intelligenz bestochen, um ein russisches, schwebendes Verfahren zugunsten des Judentums zu beeinflussen. Herr Stauff gehört also — das sei zunächst festgestellt — zu den Ritualmordgläubigen! Kann er sich aber nicht denken, daß man anderer Meinung sein kann, daß man