Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1912-11-01 · Heft 11 (November 1912) · p. 417

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 11 (November 1912)
Article
[Ohne Titel]
Date
1912-11-01
Page
417 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
address
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2316602-2316817-2316827--23043-2346620
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

VereinsnachrichLen. All Bürger den Fernsprecher handhaben. Dazu hat ihr der Fall -es Rechtsanwalts P a e ch t e r den Anlaß gegeben, obgleich dieser seit seinem Assessorexamen ihr Glaubensgenosse ist — Auf demselben Niveau steht folgende Notiz der „Staatsvürger-Zeitung": Unter der Aeberschrift „Hinaus mit ihm!" gibt sie einen Auszug eines Aufsatzes über „Verbrechen und Gesetz" wieder, in dem offenbar eine Abschaffung der §§ 175, 218 St. G. B. befürwortet werden soll. Den Verfasser nennt sie Isidor Knocks, spricht von dem „Asiaten" und seinem „Negerasiatenherz" mit dem „Kainszeichen an der Stirne", und sie bemüht sich, an diesem Beispiel den tiefen Unterschied der deutschen und der jüdischen Rasse klar zu machen. . Und was ist die Wahrheit? Privatdozent Professor Dr. HuberLIosef Kocks (und nicht Isidor Knocks!), Frauenarzt in Bonn, ist im Jahre '1846 als Katholik (!) in Vaals in Holland (!) geboren 1866 kam er nach Bonn, heiratete eine streng katholische Dame von Geyer-Schweppenburg (!) und wurde 1895 naturalisiert. Wann wird endlich auch der letzte Leser der „Staatsbürger-Zeitung" den wirklichen Charakter dieses Blattes durchschauen, sich von ihm abwenden und rufen: „Hinaus — Der frühere Inhaber der Firma Kessel & Co. in Posen, Herr Hirsch, der in'der Musialschen Sache des Ritualmordes verdächtigt worden war, hat den Viehhändler Ianott aus Neutomischel, der ihn derartig verdächtigt hatte, wegen Beleidigung verklagt. Im Termin hat Herr Ianott am 16. Oktober die Beleidigung mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgenommen und Herrn Hirsch um Entschuldigung gebeten. Er hat ferner eine Sühne von 400 Mark gezahlt, von der 300 Mark Herrn Hirsch zukommen, während 100 Mark dem Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zu überweisen waren. Außerdem trägt Herr Ianott sämtliche Prozeßkosten. * — In einer Wirtschaft in Lemgo kam es vor einiger Zeit zu einem Zusammenstoß zwischen einem jüdischen Geschaftsincturt und zwei Mitgliedern des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes. Letztere hatten sich mehrfach über den „Juden" geäußert und waren hierüber von ihm zur Rede gestellt worden. Als er sich dann anschickte, nach Beendigung des Wortwechsels die Gaststube zu verlassen, stießen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.