Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 11 (November 1912)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1912-11-01
- Page
- 416 (sequence 7)
- Language
- German
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416 Im deutschen Reich. läge das genannte Märchen wegzulassen, und können mitteilen, daß wir einen zusagenden Bescheid erhalten haben. — Es ist un§ jüngst tnitgeteilt worden, daß an einer Reihe von Häusern kleine Papierstreifen mit antisemitischen Zitaten angeheftet sind. Man kann dem groben Unfug nur dann steuern, wenn diejenige Persönlichkeit ermittelt wird, welche die Zettel anklebt. Wir bitten deshalb unsere Mitglieder, darauf ihr Augenmerk zu richten und uns sofort Mitteilung zu machen, wenn jemand beim Ankleben der Zettel ertappt wird, damit tpir das Erforderliche sofort veranlassen können. — Herr Sanitätsrat Weiler sucht für sein Kurhaus für Nervenkranke in Westend bei Berlin durch Inserat einen evangelischen Assistenzart. Ls dürfte die zahlreichen jüdischen Aerzte und Patienten interessieren, die bisher die Weilersche Anstalt aufgesucht haben. Herr Dr. Weiler soll nicht mehr Jude sein. — Anfangs des Jahres war uns von verschiedenen Vereinsmitgliedern mitgeteilt worden, daß in zahlreichen B a d e - zellen des Seebades Sellin auf Rügen sich Wandinschriften antisemitischen Inhalts befanden. Auf eine von uns damals an die Vadedirektion gerichtete Beschwerde erhielten wir damals den Bescheid, daß Sellin keinen antisemitischen Charakter trage, und daß das Beschreiben der Zellenwände jetzt durch'Anschläge verboten und die vorhandenen Besudelungen der Zellenwände entfernt worden seien. Als sich ein ähnlicher Unfug in dieser Saison auch in dem Ostseebade Binz auf Rügen zeigte, wandte sich eines unserer Mitglieder ebenfalls beschwerdeführend an die Badedirektion. Der ihm hierauf erteilte Bescheid lautete wie folgt: „Ich bin Ihnen dankbar für die Anzeige vom 19. Aug. 1912 betreffend die unflätigen Schreibereien in der Damenabteilung des Familienbades. Ich werde morgen für Abhilfe sorgen. Seien Sie versichert, daß bei der Verwaltung keinerlei antisemitische Tendenz vorherrscht, wie dies zuweilen a conto der Tafeln in der Bahnhofstraße behauptet wird. Sie zu entfernen, liegt nicht in meiner Macht, wie dies dienstlich festgestellt ist. Ergebenst gez. Seelmann." — In der „Vossischen Zeitung" suchte vor einiger Zeit die Oberlehrerin Fräulein Mommsen zu einem Schulzirkel (Z. Schuljahr) christliche Mädchen. Wie wir erfahren haben, soll es sich um die jüngste Tochter Theodor Mommsens handeln. — Vor einigen Wochen zeterte die „Staatsbürger-Zeitung" über die „Rücksichtslosigkeit", mit der die „hebräischen" Mit-