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Im deutschen Reich · 1912-10-01 · Heft 10 (Oktober 1912) · p. 472

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 10 (Oktober 1912)
Article
[Ohne Titel]
Date
1912-10-01
Page
472 (sequence 8)
Language
German
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472 Im deutschen Reich kommen, zusammen und formen nationale Zellengebilde auf fremdnationalem Boden, sind aber eben deshalb allenthalben genau so verachtet oder doch mißliebig angesehen wie die Vertreter der semitischen und mongolischen Nasse." — Leider ist es jetzt bereits zu spät, dieser Anremplung wirksam entgegenzutreten. In solchen Fällen ist es dringend wünschenswert, sogleich dem Centralverein Mitteilung zu machen oder selbst eine angemessene Erwiderung an die betreffende Zeitung zu senden. — Von einem Mitgliede in Essen wird uns mitgeteilt, daß der Anstreichermeister Eduard Brachettr aus E öl n anläßlich einer Prozeßverhandlung in Essen vor dem Gericht sich öffentlich dahin geäußert hat, daß er mit dem „verdammten Iudenpack" nichts zu tun haben wolle. Die Aeußerung, die von mehreren Herren, die der Verhandlung beigewohnt haben, bezeugt wird, dürste deswegen von Interesse sein, weil Herr Brachetri eine ziemlich große jüdische Kundschaft haben soll. — Die Konditorei F. W. Gumpert, auf die wir schon ausführlich in der April- und Septembernummer d. I. hingewiesen haben, reflektiert zwar nicht auf jüdische Angestellte, dagegen auf jüdische Kundschaft. So hat sie namentlich vor den Feiertagen in großen Inseraten durch die Neberschrist: „Zu den Feiertagen" jüdische Käufer anzulocken gesucht. — Herr Rechtsanwalt Bornstein, Berlin, Markgrafenstraße 63, hat uns am 16. d. M. 30 Mark übersandt und mitgeteilt, es habe sich in einer Privatklagesache, der Angeschuldigte im Hauptverhandlungstermin verpflichtet, als Buße diese 30 M. an unfern Verein zu zahlen. — Auch von Herrn B. Fuchs in Posen, Friedrichstraße haben wir in einer Sühnesache einen Geldbetrag empfangen. — In der Mainummer dieses Jahres machten wir unsere Leser daraus aufmerksam, daß die Konfektions-Engrosfirma Gras & T e u ch e r t in Stettin, Berliner Tor 7, christliches Personal suche. Daraufhin teilt uns die genannte Firma durch unsere Ortsgruppe Stettin mit, daß sie nichts weniger als antisemitisch sei, sie habe in ihrem Geschäft schon jüdisches Personal beschäftigt, stehe in reger Geschäftsverbindung mit jüdischer Kundschaft und besorge auch die Einkäufe vielfach und gern bei jüdischen Fabrikanten bzw. durch jüdische Agenten. Wenn sie seinerzeit einen christlichen jungen Mann gesucht habe, so sei dies aus einem ganz bestimmten stichhaltigen geschäftlichen Grunde geschehen, ohne daß jener Annonce irgendwelche antisemitische Motive zugrunde gelegen hätten. — In der Nr. 69 der „Pharmazeutischen Zeitung" vom 28. August hat Herr Apothekenbesitzer E. Krüger wiederum

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