Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1912)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1912-10-01
- Page
- 470 (sequence 6)
- Language
- German
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470 5nt deutschen Reich. und mit jüdischem Gelde gekauft alles, was sonst den Stolz des deutschen Volkstums ausgemacht habe, das nun am Boden liege und in jüdischen Fesseln schmachte. Wer habe die Schuld an diesem unseligen Zustand? Ein Hardenberg, der wegen seiner zerrütteten Verhältnisse sich in den Händen der Juden befand, denen er noch mehr Rechte gewährt haben würde, wenn sich rächt Friedrich I I I. in seiner Einsicht dem widersetzt hätte. Run flehte der Redner die Anwesenden an, nicht eher zu rasten, bis die Feinde des deutschen Volkstums wieder, wo sie hin gehörten, in Staub und Niedrigkeit, seien. Dann fügte er aber resigniert hinzu, er habe dazu wenig Hoffnung, denn auch im deutsch-völkischen Turnvereine habe er trübe Erfahrungen gemacht. — Als der Festredner wurde mir Herr Zahntechniker Holz bezeichnet." — Im Septemberheft wiesen wir auf ein Inserat des Herrn Th\ August Staehly in den „Aerztl. Mitteilungen" hin, welcher für seine Wasserheilanstalt in Godesberg bei Bonn einen dritten Arzt suchte und hierbei ausdrücklich „Angabe der Konfession" verlangte. In der gleichen Zeitschrift, den „Aerztl i ch e n Mi t t e i l u n g e n", dem offiziellen Organ des Leipziger Aerzteverbandes, fand sich in derselben Nummer auch ein Inserat, wonach für das von der L a n d e s Versicherungsanstalt R h e i n p r o v i n z errichtete neue Landesbad in Aachen zwei Aerzte gesucht wurden. Da wir in diesem Verlangen in der vorigen Nummer angeführten Gründen den prinzipiellen Ausschluß jüdischer Aerzte von der Bewerbung um dir ausgeschriebene Stelle erblickten, legten wir gegen das Verhalten des Chefarztes des Landesbades, Herrn Geheimrat Prof. Dr. A. Nolda Beschwerde bei dem Vorstand der Landesversicherungsanstalt Rheinprovinz ein. Auf diese Beschwerde ist uns nunmehr folgender Bescheid zugegangen: „Auf die gefl. Zuschrift vom 30. Juli d. I. beehren wir uns ergebenst zu erwidern, daß wir den Herrn Geheimen Sanitätsrat Prof. Dr. Nolda zu einer Aeußerung aufgefordert haben, die dahin ergangen ist, daß er an die Möglichkeit, daß seine Annonce als den Ausschluß der Juden von der Bewerbung bezweckend aufgefaßt werde, überhaupt nicht gedacht habe. Jedenfalls habe die Anzeige in der Ausschreibung auch den Ausschluß der Juden von der Aufnahme in die Stelle nicht bezweckt. Auch der Vorstand der Landesversicherungsanstalt hat nicht entfernt daran gedacht, die Juden von der Bewerbung und Anstellung auszuschließen. Eine Verletzung des Gesetzes liegt hiernach in keiner Weise vor." — Daß. die Monatsschrift „Für Gemüt und Geist", „Der Türmer", sich mehr und mehr bemüht, die Gemüter und den Geist ihrer Leser mit antisemitischer Nahrung zu versorgen, zeigt