Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1912)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1912-10-01
- Page
- 468 (sequence 4)
- Language
- German
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468 Im deutschen Reich. nicht als „der roheste nnd wildeste" bezeichnet werden darf, wie dies seitens des Herrn Dr. M. in einem Flugblatt geschehen war. Gegen das Urteil ist bereits Berufung eingelegt worden. -- Der kürzlich gegründete Verband gegen lieberh-ebung des Judentums hat ein Rundschreiben versandt, in dem er versichert, den Juden kein Unrecht zufügen, noch sie in berechtigten Gefühlen verletzen zu wollen, aber gleichzeitig behauptet, sein Kampf richte sich gegen die Eigenschaften des Judentums, welche sich aus Kosten des deutschen Volkes betätigen. Daß diese Behauptung die deutschen Juden in ihren berechtigsten Gefühlen verletzen muß, scheint den Unterzeichnern des Zirkulars fremd zu sein. Es sind dies die Herren: Fritz Bley, R. Burger - Villingen, Porträtmaler und Schriftsteller; Dr.med. Callies; Oberst z. Z. v. B a y e r; Kapitän zur See a. D. Eduard G e r ck e; Theodor G o u! b i e r; Vorsitzender des deutschen Turnvereins, Berlin, L. V.; Oberst z. D. Hellwig; Prof. I)r. H entig; Wilhelm Herr m ann, Vorsitzender des deutschen Turnerbundes) Gau Brandenburg; Wilhelm Kube, Vorsitzender des Altmitgliederverbandes des Deutsch-Völkischen StudenLenverbandes; Dr. Gerhard Kropatscheck, Schriftleiter des Reichsboten; v. Levetzow-Sielbeck; Pros. Dr. R. Freiherr v. Lichtenberg; K. Mey; Müller-V. Hausen; Johannes Rickol, Schriftsteller; Gras Ernst z u R e v e n t l o w; W. v. S a u ck e n; Hauptmann a. D. Scheibert; Ernst. S ch r öder, Geschäftsführer; M. Sorge; Sanitätsrat Dr. Stille; v. Stra n tz, Vorstandsmitglied des Vaterländischen Schristenvereins; Gutsbesitzer Earl S t r o e hm er - Skürgien; Oskar Thomas, Geschäftsführer. — Mit dem Zirkular werden Beitrittskarten folgenden Inhalts verbreitet: „Ich beantrage meine Aufnahme in den Verband gegen Ueberhebung des Judentums imb versichere an Eides statt, daß ich wissentlich kein jüdisches Blut habe und nicht mit einer Jüdin verheiratet bin. Ich verpflichte mich, aus dem Verbände freiwillig auszuscheiden, falls ich mich später mit einer Jüdin verheiraten sollte. Ich werde dafür Sorge tragen, daß vertrauliche Mitteilungen des Verbandes nicht in falsche Hände geraten, und bei meinem Ausscheiden oder Tode an den Vorstand zurückgegeben werden." — Wir würden aber doch raten, daß die Anti-Aeberhebungs-Teutonen ihr Blut mikroskopisch und chemisch auf Rasse-Reinheit untersuchen lassen. In einem Amtsblatt der Provinz Sachsen wurde am 4. Juni unter dem- Titel „Kritische Zeiten" ein Leitartikel veröffentlicht, in dem behauptet wurde, „daß der innere seelische Zerse tzungspro z eß, der sich in unserm deutschen Volke zu vollziehen droht, erst durch das Eingreifen unserer