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Im deutschen Reich · 1912-10-01 · Heft 10 (Oktober 1912) · p. 462

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 10 (Oktober 1912)
Article
Berlin / Gothein
Date
1912-10-01
Page
462 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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462 Im deutschen Reich. und persönliche Angriffe auf die christlichen Gründer des „Vereins zur Abwehr des Antisemitismus" gebracht. Der Umstand, daß A v e n a r i u s diesem Schmähartikel die Aufnahme nicht verweigert hat, veranlaßte den Vorsitzenden des genannten Vereins zu einer Entgegnung. Diese wurde indes von dem Herausgeber des „Kunstwart" mit der Begründung abgelehnt, daß sie persönliche Spitzen und Beleidigungen enthalte. Daraufhin hat Abg. Gothein an den Herausgeber des „Kunstwart" am 31. August nachstehendes Schreiben gerichtet: „Ihr Geehrtes vom 27. d. M. habe ich 'mit lebhaftem Befremden gelesen. Ich gebe ohne weiteres zu, daß meine Entgegnung auf die Stauffschen Ausführungen nicht rein sachlich war, sondern in Abwehr der unerhörten Herabsetzungen des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, seiner Leitung und seiner Mitglieder durch P h. S t a u f f, diesen. . . auch persönlich angriff. Wenn Sie schreiben, daß Ihrerseits darauf gehalten würde, daß weder von jüdischer noch von antisemitischer Seite persönlich herabsetzende Aeußerungen ausgenommen wurden, so ist es mir unverständlich, wie von Ihnen die beleidigenden Aeußerungen Stauffs über den Abwehrverein S. 255 des „Kunstwart" ausgenommen werden konnten. Ist etwa die Unterstellung, daß, die christlichen Mitglieder des Abwehrvereins „in starker wirtschaftlicher Abhängigkeit von Juden stehen", d. h. doch nur deshalb den Antisemitismus bekämpfen, keine verleumderische Beleidigung? Ist es nicht ebenso der Vorwurf, der Abwehrverein „erwecke die Täuschung, als handle es sich da um deutsche Männer"? Wenn das Märchen verbreitet wird, ich sei getaufter Jude, so geschieht das doch auch in der beleidigenden Absicht, mich als jemanden hinzustellen, der unzuverlässig sei, und den Glauben seiner Väter leichtherzig aufgegeben habe! Ist es nicht beleidigend, wenn Staufs schreibt: „Der Abwehrverein muß sozusagen die Schuhputzerarbeit im Dienste des Judentums verrichten?" Oder etwa nicht, wenn er von dem vom Abwehrverein herausgegebenen Antisemitenspiegel schreibt: „daß sich die widerwärtigsten Denunziationen durch das ganze dicke Buch ziehen". Ich bin allerdings höchlichst erstaunt gewesen, daß eine geachtete Zeitschrift wie der „Kunstwart" feine Spalten derartigen Beleidigungen und Verleumdungen geöffnet hat. Noch mehr erstaunt, daß es seine Redaktion nicht für nötig gehalten hat, die Angriffe Stauffs gegen den Abwehrverein vor dem Abdruck zu seiner Kenntnis zu bringen und ihm Gelegenheit zu

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