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Im deutschen Reich · 1912-10-01 · Heft 10 (Oktober 1912) · p. 461

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 10 (Oktober 1912)
Article
Berlin / Gothein
Date
1912-10-01
Page
461 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Korr espondenz en. 461 Bodeck, weil's dringend nottat, n conto Gehalt einen neuen Havelock nebst Stiefeln. Wenn man den Antisemitismus mit derlei Reminiszenzen schmücken darf, braucht man sich über die „jüdische Gefahr" nicht aufzuregen. Die Boxerbewegung in China und die antisemitische Bewegung in Deutschland sind geistesverwandte Erscheinungen. Verdammt man die eine, so kann man die andere nicht gutheißen. Wir meinen, der Tüchtige muß das Recht haben, im Vordergründe zu stehen, gleichviel ob Christ oder Jude. Wer kann dafür, daß so wenig Antisemiten im Vordergründe zu finden sind?" — Bezeichnend für die antisemitische Wahrheitsliebe ist die nachstehende Notiz der „Deutschen Tageszeitung" vom 15. September: „Eine unvollständige Berichtig u n g. Nach der „Lippischen Tageszeitung" sollte Herr hauptmann a. D. v. Levetzow auf der Landesversammlung des Bundes der Landwirte für das Fürstentum Lippe gesagt haben, auf der Generalversammlung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens sei die Aeußerung gefallen, das Judentum könne im Christentum nicht gedeihen, deswegen müßte der christliche Staat abgeschafft werden. Die Zeitschrift des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens: „Im Deutschen Reich", Nr. 9, glaubt feststellen zu sollen, daß eine solche oder ähnliche Aeußerung niemals in einer Versammlung des Centralvereins gefallen sei. Es handelt sich nur um einen ungenauen Bericht der „Lippischen Tageszeitung". Herr Hauptmann v. Levetzow hatte nicht vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens gesprochen, sondern von der „R h e i n g o l d" - B e r s a m m l u n g der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums. Dort ist diese Aeußerung tatsächlich gefallen. And daß sie gefallen war, das wußte d e r C e n t r a l v e r e i n; deshalb hatte er füglich seine Berichtigung dahin ergänzen können." — Echt antisemitisch! Erst behauptet man frisch und frank, daß die Aeußerung im Centralverein gefallen sei. Als wir erklären, daß dies unwahr, hat man sich geirrt. Nicht im Centralverein, sondern anderswo soll die Aeußerung gefallen sein, „das wußte der Centralverein," behauptet die „Deutsche Tageszeitung". Diese Behauptung ist genau so unwahr wie die andere! — Im Anschluß an den in unserem Leitartikel besprochenen Aufsatz des „Kunstwart" hat sich in dem Blatt eine lebhafte, zum Teil rein sachlich geführte Diskussion geknüpft. Nur der bekannte Rassenantisemit Hauff hat in seinen Auslassungen im „Kunstwart" grobe Schmähungen gegen die Juden

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