Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1912-10-01
- Page
- 454 (sequence 5)
- Language
- German
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454 Im deutschen Reick. Bei kehr mit Bismarck gesagt wird: „Der schmächtige Jude mit dem stolzen, ins Semitische übersetzten Goethrkopf, stand vor dem genußfreudigen Hünen mit den liebenswürdigen Edelmannsformen, um ihn auf der Bahn des gleichen Wahlrechts vorwärts zu treiben. Sollte die Sozialdemokratie jemals daran denken, ihre zahlenmäßige Bedeutung in politische Macht umzusetzen, so wird sie dem öden Dogmenglauben eines Karl Marx den. Abschied geben und bei dem nationalen Sozialismus eines Lassalle in die Schule gehen müssen." Noch auffallender ist die Tatsache, daßdie katholische „Märkische Volkszeitung" zwar ebenso wie die „Germania" und andere Organe des Zentrums oft den antisemitischen „Impressionen" Rechnung trug, aber dem Märchen entgegentrat, die Juden hätten bei der Ausnahmegesetzgebung gegen die Jesuiten die Hand im Spiele gehabt und wirkten jetzt für die Aufrechterhaltung dieser Ausnahmegesetze. Anknüpfend an einen in der „Germania" erschienenen Artikel, der sich gegen die konservativen „Sittenrichter über die Jesuiten in den Jahren 1872 und 1873" wendet und konservative Mitglieder tief verletzen muß, bringt die „Märkische Volkszeitung" vom 4. Juli nachstehende Ausführungen: „Der peinlich reine und ehrliche Laster, der ja auch in der Frage des Iesuitengesetz.es in schöner Weise seine echt liberale Gesinnung bewiesen hat, hielt am 14. .Januar 1873 im preußischen Abgeordnetenhause seine epochemachende Rede, in der er den ganzen infamen Schwindel ausdeckte. And als Hauptschwindler bezeichnete er denselben Geheimrat Wag euer, Bismarcks Vertrauten, der der Taufpate des Iesuitengesetzes gewesen war, bei dessen Begründung er sich auch derbe Schwindeleien, namentlich wissenschaftliche) hatte zuschulden kommen lassen. Laster bezeichnete diesen Mann als einen der skrupellosesten und widerwärtigsten Gründer. Aber auch die kulturfresserischen Freikonservativen kamen in der Laskerschen Rede nicht zu kurz: den Fürsten Putbus, die Prinzen Biron und Handjery, den das Zentrum heftig befehdenden Herzog von Ratibor klagte er schwer an." Auf die Stellung der Zentrumspresse zur antisemitischen Partei dürfte auch eine gegen die Altramontanen gerichtete schwere Anklage nicht ohne Einfluß, bleiben. Die „Staatsbürger- Zeitung" äußerte sich über die von einem gewissen Rudolf Lencer verübten Veruntreuungen wie folgt: „Unter dem Titel der Deutschen Kanzlei wurden in der Bernburger Straße 15 16 eine ganze Anzahl deutsch-patriotischer Vereine, und zwar der „Alldeutsche Verband Groß-Berlin", der „Allgemeine Deutsche Schriftenverein", der „Verband nationaler Vereine Groß-Berlins", der „Deutsche Orden", die „Stellenvermittlung in den deutschen Kolonien", die Geschäftsstelle der