Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1912-09-01 · Heft 9 (September 1912) · p. 426

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 9 (September 1912)
Article
[Ohne Titel]
Date
1912-09-01
Page
426 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2316602-2316817-2316825--22899-2346436
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

426 Iw deutschen Rmch. gegen das Schächten zu wachen. Wir hoffen, frag, auch anderwärts unsere Ortsgruppen in gleicher Weise, wie dies Herr L. Wallach getan hat, ähnlichen Versuchen, für Schachtverbote Stimmung zu machen, stets unverzüglich entgegentreten. — Wie in jedem Jahr hat Frau Direktor Franka Minden am Todestage ihres verstorbenen Gemahls, des Herrn Albert Hirschland, dem Verein 1000 M. für Rechtsschutzzwecke überwiesen. Bei den großen Aufwendungen, die wir infolge der unabläßlichen Hetze der Antisemiten gegen Einrichtungen der jüdischen Religion machen müssen, ist uns diese Spende besonders willkommen. Möchte sie unsere Glaubensgenossen anregen, uns mehr als bisher zu unterstützen, damit wir den Kampf um die Gleichberechtigung der deutschen Juden in noch wirksamerem Maße führen können. — Am 20. Juli d. I. hat uns Herr E. Schmidt in Düsseldorf, Klosterstraße, 23 M. mit der Mitteilung übersandt, daß sie hei Gelegenheit einer Verlobung gesammelt worden sind. Wir drücken den Spendern für die freundliche Anteilnahme an unseren Bestrebungen besten Dank aus. — Im Aufträge des Herrn Kaufmann Abraham, Wilhelm st r aß e 116, hat uns Herr Rechtsanwalt Moses am 2. August 1912 aus einer Streitsache 50 M. zur Verwendung für unsere Vereinszwecke übermittelt. ■ — Erst jetzt werden wir auf eine antisemitische Kritik-des Judentums seitens des Pfarrers Sauerbrunn in Zell (Pfalz) aufmerksam gemacht, der bei dem 25. Stiftungsfest des Soldatenvereins Harxheim (Rheinpfalz) in einer Festrede folgendes gesagt hat: „Zu den internationalen Mächten gehört schließlich auch das Judentum. Auch hier weiß ich recht wohl, es gibt edeldenkende, großherzige Menschen unter der. jüdischen Bevölkerung Deutschlands. Aber nichtsdestoweniger. Das Judentum als Ganzes genommen ist eine Gefahr für die deutsche Ration, weniger dadurch, daß es das Kapital zum überwiegenden Teil in Händen hält, als dadurch, daß, es durch seinen ausgesprochenen Sinn für das Materielle, für Geld auch unser biederes schlichtes Volk befleckt und in ihm den idealen Sinn und damit den Sinn für Größe und Kraft, Würde und Freiheit der Ration unterwühlt." — Die „Zellerthaler Zeitung", in der die Festrede des protestantischen Pfarrers in Zell veröffentlicht wurde, bemerkte dazu: „Wir haben dieser Festrede und den daran geknüpften Ausführungen Aufnahme gewährt, sind aber der Ansicht, daß die Erörterungen über Rltramontanismus, Sozialdemokratie und Judentum besser unterblieben wären. Es war doch ohne weiteres anzunehmen, daßunter den Festteilnehmern Angehörige verschiedener Parteien und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.