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Im deutschen Reich · 1912-09-01 · Heft 9 (September 1912) · p. 425

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 9 (September 1912)
Article
[Ohne Titel]
Date
1912-09-01
Page
425 (sequence 4)
Language
German
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presse sowie die Angelegenheit der „Brandenburgischen Provinzial-Anstalten für Epileptische und Schwachsinnige zu Potsdam") die in befriedigender Weise aufgeklärt wurde. -- Eine zahlreich besuchte Eentralvereins-Versammlung hat in Haigerloch am 16. Juni stattgefunden. Der Vorsteher der dortigen Ortsgruppe, Herr Lehrer L. Walla ch erstattete den Bericht über die am 9. Juni in Stuttgart stattgefundene Landesausschußsitzung. Redner betonte, daß die antisemitische Bewegung in unserem Vaterlande jetzt wieder im Wachsen begriffen und es daher die Pflicht eines jeden deutschen Juden sei, Centralvereinsmitglied zu werden. Seine Ausführungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. — Die in Sigmaringen erscheinenden „Mitteilungen der Zentralstelle für Landwirtschaft und Gewerbe in Hohenzollern" hatten vor einiger Zeit ein „Eingesandt" veröffentlicht, worin die rituelle Schächtmethode als Tierquälerei bezeichnet und behauptet wurde, der Reichstagsabgeordnete Dr. Belzer habe am 18. April mit Recht bedauert, daß, die Tierquälerei des Schächtens nicht in die künftigen Strafbedingungen ausgenommen sei. Der Vorsteher des Israelitischen VorsteheramLes Haigerlo ch und u n s e r e r d o r t i g e n Ortsgruppe, Herr Lehrer L. Wallach, hat darauf in demselben Blatt ein „Eingesandt" veröffentlicht) in dem darauf hingewiesen wurde, daß selbst im Königreich Sachsen, in dem das Schächten verboten war, dieses Verbot wieder aufgehoben worden, und daß, nach dem Gutachten der hervorragendsten Männer der Wissenschaft das Schächten nicht nur keine Tierquälerei, sondern die allerbeste und schmerzloseste Tötungsart sei. Bald darauf ist Herrn Lehrer Wallach ein aus Sigmaringen datiertes Schreiben des Herrn Reichstagsabgeordneten Dr. Belzer zugegangen, in dem dieser dem Zentrum angehörende Abgeordnete erklärte, er sei erstaunt, daß man ihn als einen Gegner des Schächtens bezeichnet habe. Die Haltung des Zentrums zu dieser Frage entspreche völlig seiner Stellungnahme in allen religiösen Fragen gegenüber andern Konfessionen. Diese Auffassung habe er als erster Zentrumsfraktionsredner bei der Beratung des diesjährigen Iustizetats vertreten. Er lege Wert darauf, daß, diese Aufklärung bekannt werde und gebe anheim, die „Hohenzollern-Blätter" zur Aufnahme, einer Berichtigung zu veranlassen. Daraus erschien in den „Hohenzollern-Blättern" die Veröffentlichung des Artikels mit der Erklärung des Herrn Lehrer W a l l a ch er komme dem Wunsche des Herrn Abgeordneten um so lieber nach, weil daraus klar hervorgehe, d a ß d a § Z e n t r u m a u ch i n dieser Frage seinen alten Grundsätzen treu geblieben sei und treu zu bleiben gedenke und niemand das Recht habe, unter Berufung auf Herrn Dt. Belzer Stimmung

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