Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1912-09-01 · Heft 9 (September 1912) · p. 418

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 9 (September 1912)
Article
Berlin
Date
1912-09-01
Page
418 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2316602-2316817-2316825-2346374--22883-2346428
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

418 Fm deutschen Reich. s ch ließt und neuerdings, als sie einen ersten Buchhalter suchte, ausdrücklich einen solchen evangelischen Bekenntnisses verlangt hat. Wenn die Behauptung der antisemitischen „Mitteilungen des Verbandes gegen Ueberhebungen des Judentums", die wohl auf eine Mitteilung des Herrn Axel Delmar zurückzuführen ist, begründet sein sollte, hatte die Konditorei von F .W. Gumpert am allerwenigsten Grund, sich die jüdische Kundschaft gefallen zu lassen, jüdische Angestellte aber auszuschließen. — Wie die antisemitischen Blatter mit der Wahrheit umgehen. In den „Deutsch-Sozialen Blättern" befindet sich ein Aufsatz „Der Berufsstand der Juden", in dem folgende Sätze stehen: „Bur gelegentlich einmal — vielleicht nur in schwachen Btvnben des Lebens, die man dann später verwünscht, — wurde der Schleier von den Juden selbst gelüstet. Vor einiger Zeit geschah dies von dem jüdischen Kommerzienrat Rathenau in Berlin, der selbst zugab, daß 300 Juden, die Geldmänner für die Erde, als Könige der Welt zu bezeichnen seien.". Wann und wo hat Herr Rathenau einen derartigen Satz ausgesprochen? Obwohl schon wiederholt auf die hier vorliegende Fälschung hingewiesen worden ist, haben antisemitische Blätter immer noch die Stirn, sie zu wiederholen. In Wirklichkeit hat Herr Walter Rathenau in einem Artikel „Geschäftlicher Rach w uchs", der abgedruckt ist in dem Werke „Zur Kritik der Zeit" auf Seite 207, geäußert: „300 Männer, von denen jeder jeden kennt, leiten die wirtschaftlichen Geschicke des Kontinents und suchen sich Rachfolger aus ihrer Umgebung." Wo ist da von Juden die Rede, und wo bleibt die Wahrhaftigkeit des „deutschen" Blattes? — In Cöln ist am 8. Juni d. I. ein Mann gestorben, dessen Rame und Andenken unauslöslich verbunden ist mit Erinnerungen an das Wiederaufleben des Judenhasses in Deutschland und an die Rückkehr mittelalterlichen Dunkels inmitten des sieghaften Lichtes und der glorreichen Kultur unserer aufgeklärten Tage, Adolf B u s ch h o f f. Dieser Schächter der jüdischen Gemeinde zu Tanten stand vor 22 Jahren vor den Geschworenen in Cleve unter der Anklage des Mordes an einem unschuldigen fünfjährigen christlichen Kinde; seine Unschuld aber stellte sich in unwiderlegbarer Weise heraus und wurde sowohl von dem Staatsanwalt wie von dem Gerichtshöfe in für ihn ehrender Weise anerkannt. Er hat dann einen ruhigen Lebensabend in Cöln verbracht, und am 8. Juni hat an seiner Bahre Herr Rabbiner Du Rosenthal nicht nur den Lebensinhalt dieses braven, schlichten und bescheidenen Mannes ehrend geschildert, und hinzugefügt: „Wir wollen die ganze unselige Hrinne-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.