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Im deutschen Reich · 1912-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1912) · p. 378

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1912)
Article
Werner Sombart: Die Zukunft der Juden [Rezension]
Date
1912-07-01
Page
378 (sequence 4)
Language
German
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378 Im deutschen Reich. Die Juden sollen auf Professorenstellungen zum größten Teil, auf Offiziersstellungen ganz verzichten, d. h. sie sollen den Interessen der Oberschicht keine Konkurrenz machen. Gemach) Herr Sombart! Warum nur den oberen Schichten nicht? Warum nicht auch den mittleren und unteren? Solche Lehre schafft gelehrige Schüler. Die deutsch-nationalen Handlungsgehilfen haben sie bereits seit längerer Zeit auf die Verhältnisse der Kaufmannschaft übertragen. Wir aber glauben, daß Tüchtigkeit allein für ein Amt entscheiden soll, und daß der Staat am besten gedeiht, der im gegebenen Falle nur diese eine Frage stellt und nicht die nach Glaubensbekenntnis und Abstammung. Der große Korse hat. die Welt erobert — nicht nur deshalb, weil er selbst ein genialer Feuerkopf war, sondern auch darum, weil er die tüchtigsten Leute in die höchsten Aemter einrücken ließ, ohne sich daran 31t stoßen, daß sie vielleicht vorher Hausknechte gewesen-waren. Der Satz von der Gewährung der Gleichberechtigung und der taktvollen Ablehnung eines Teiles derselben ist bereits genügend gekennzeichnet worden. Wie soll man auch eine Gabe — schon das Wort an sich verdient eine Ablehnung — charakterisieren, von der der Gebende bei der Aebergabe sagt, der andere solle sie nicht ganz annehmen. In den Beziehungen der Menschen, die vom Takte geregelt werden, überläßt man das gewöhnlich dem Empfangenden, ohne die Erwartung vorher anzukündigen. — Ob wir bei uneingeschränkter Freiheit auf Offiziersstellungen verzichten, das muß Herr Sombart uns überlassen. Die generelle Ausschließung — das ist das Entwürdigende! Das sieht Herr Sombart nicht oder es interessiert ihn nicht. Merkwürdig, daß die Frage der „Assimilation" — das Wort ist ebenso in Mißkredit geraten wie das Wort „völkisch" — immer nur von der Voraussetzung der Blutmischung oder des Glaubenswechsels und nicht auch einmal von dem Grundsatz des Rechtes abhängig gemacht wird. Wir sind „assimiliert"!' Man spricht so viel von jüdischen Anarten! Der Referent erlaubt sich den Satz aufzustellen: Die jüdischen Anarten sind eine Folge der unausgeglichenen, der vorenthaltenen Emanzipation!' Wir fordern keine Gleichheit in Haaren, Rasen, Gang und Gesten,' Tonfall und Mienen, wir fordern nur eine gleiche Rechtsbehandlung, die die erste Voraussetzung des Vollbürgers ist. Wir verlangen nicht, daß ein Einjähriger Offizier wird, der die Front verdirbt. Aber gibt es denn gar keinen jüdischen Einjährigen, der nicht die Front verdirbt? Warum wird das durch die Taufe plötzlich anders? Herr Sombart kommt zum Schluß, alles beim Alten zu lassen. „Also — in Summa: man sollte wirklich — einstweilen k

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