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Im deutschen Reich · 1912-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1912) · p. 379

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1912)
Article
Werner Sombart: Die Zukunft der Juden [Rezension]
Date
1912-07-01
Page
379 (sequence 5)
Language
German
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Büch erschau. 379 Was die ferne Zukunft bringt, wissen wir ja nicht — an dem bestehenden Zustande nichts ändern wollen. Er wird, so „unvollkommen^ er ist, so viel Härten und „Ungerechtigkeiten" er mit sich bringt, doch den Interessen, wie mir scheint, aller beteiligten Personen am ehesten gerecht." Dazu also empfiehlt Herr Sombart offenbar die zionistische Politik, weil sie ihm ein geeignetes Mittel erscheint, in Deutschland alles beim Alten zu lassen. Der Referent hat an anderer Stelle auseinandergesetzt, warum die zionistische Politik für ihn die Lösung aus den Wirrnissen der Iudennot nicht ist. Dabei sind die psychologischen Momente ausgeführt worden, die die Verhältnisse zwischen Mehrheit und Minderheit beeinflussen. Herr S. hat von dem „Rechte" der Mehrheit gesprochen (diesmal sind die Gänsefüßel nicht von Herrn Sombart), an uns wird es sein, die Rechte der Minderheit zur Geltung zu bringen. Herr Sombart hat an der Problemstellung der Judenfrage nichts geändert. Der Kampf muß ohne ihn oder ev. gegen ihn weitergehen. Dr. Alfred Goldschmid t-Königshütte. Uns gewählte Mis fanaixafiate, herausgegeben von Professor Hermann L. Strack, Leipzig, I. C. Hinrichs. Nichts ist törichter als die Behauptung, daß die Juden ihr Schrifttum ängstlich vor Nichtjuden verbergen. Im Gegenteil, sie freuen sich, wenn es weiteren Kreisen bekannt wird, und wenn auch Christen auf diesem Gebiete Mitarbeiten. Voraussetzung ist natürlich, daß, diese Arbeit in echt wissenschaftlichem Sinne, lediglich der Wahrheit zu Ehren, nicht mit antisemitischen Nebengedanken wie bei G. Beer und P. Krüger geschieht. In diesem Sinne freuen wir uns der von dem bekannten Berliner Theologieprofessor herausgegebenen Mischnatraktate. Dazu kommt, mit besonderer Paginierung, eine genaue deutsche Aebersetzung mit inhaltreichem, sachlichem Kommentar. So kann man sowohl den Grundtext und die Aebersetzung gesondert lesen, als auch beides nebeneinanderlegen, und es können auch die, welche des Hebräischen ganz unkundig sind, zu ausreichendem Verständnis gelangen. In der eben geschilderten Weise sind bisher bearbeitet die Traktate Aboda Zara, „Götzendienst", 2. Aufl. 1909 (1,10 M.), Sanhedrin-Makkoth, „Strafrecht und Gerichtsverfahren", 1910 (2,40 M.), Pesachim, „Passahfest" mit Schilderung auch der jetzigen Feier (Aebersetzung und Erklärung der Hagada), 1911, (1,80 M.) und Ioma, „Versöhnungstag", 3. Aufl., 1912 (1 M.). Gern benutzen wir diese Gelegenheit, um auf desselben Verfassers „Einleitung in den Talmud", 4. Aufl., Leipzig 1908, Hinrichs

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