Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1912)
- Article
- Berlin
- Date
- 1912-07-01
- Page
- 358 (sequence 5)
- Language
- German
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358 Im deutschen Reich. stenographischen Bericht aus der Reichstagssitzung vom 2-1. April d. I. hat er zu den Sozialdemokraten wörtlich gesagt: „Sie. geben selber zu, daß Sie im Reichstage das Milizheer nicht durchführen können; denn kein Parlament wird auf diesen Boden treten. Wie Sie Ihre Idee überhaupt durchführen wollen, wäre von Ihrer Seite zu erfahren mir sehr interessant. Sie erklären schon von dem Freisinn, daß Malz und Hopfen bei ihm verloren sei. Der „Vorwärts" hat am letzten Sonntag (21. April) noch offen ausgesprochen: „Beschränkt sich doch die ach so zahme Gegnerschaft so manches Freisinnmannes gegen das heutige Heeressystem nur auf den stillen Schmerz, daß der Sohn des millionenschweren Kommerzienrats Isidor Cohn noch nicht Leutnant bei den Sardehusaren werden kann." Das sind interessante Töne aus dem „Vorwärts", die eine auffallend starke antisemitische Ader zeigen, die mit der Zusammensetzung der sozialdemokratischen ReichsLagsftaktion in seltsamem Kontrast steht und auch in Kontrast steht zu den beiden Rednern, die Sie ausgerechnet zu dieser Vorlage vorgeschickt haben." — Die von der italienischen Zeitschrift „Tribuna" wiedergegebene Aeußerung des albanischen Prätendenten, Prinzen Kastrioto, die Juden hätten die türkischen Behörden zur Ausweisung der Italiener gedrängt, um deren Geschäftsbereich und Besitztümer wohlfeil an sich zu reißen, ist selbst der judenseindlichen „Deutschen Tageszeitung" zu toll erschienen. Sie hat die widersinnige Aeußerung mit den Worten zurückgewiesen: „An den Griechen und Armeniern Haben die Juden Konkurrenten, die ihnen an „GeschäftstüchtigkeiL" mindestens gleichkommen. Der Ausweisungsbeschluß der Pforte erklärt sich ganz ohne die Juden, die ja als „italienische Staatsbürger" vielfach selbst davon betroffen |trtb.“ — Die Friedenskommission der deutschen Mitglieder der Alliance israelite universelle hat einen aus Vertretern der verschiedenen Richtungen bestehenden Unterausschuß eingesetzt, der die Schaffung einer Neuorganisation für ganz Deutschland voröereiten soll. Dieser hat seine Arbeiten beendet. Er ist zu einem befriedigenden Ergebnis gelangt, und es ist zu hoffen, daß seine Vorschläge allseitige Zustimmung finden werden, damit der Friede in der A. I. H. in nächster Zeit hergestellt wird. — Der Y. Jüdische Surntag f)at vom 26.—-28. Mai dieses Jahres zu Berlin in Gegenwart von 75 Delegierten und vielen Gästen stattgefunden. Anläßlich des Turntages fand ein Festk.^mmers, ein Verbandswetturnen, ein Sportfest und eine