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Im deutschen Reich · 1912-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1912) · p. 359

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1912)
Article
Berlin
Date
1912-07-01
Page
359 (sequence 6)
Language
German
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Korrespondenzen. 359 VerbandsLurnfahrt statt. Diese Veranstaltungen erfreuten sich reger Beteiligung. 9 Gleiwitz, 4. Juni. In den Eifenbahnzügen zwischen Breslau und Kattowitz sind in letzter Zeit antisemitische Flugblätter des Hammer-Verlages in 'Dresden vorgefunden worden. Darauf hat Rabbiner Di-. Wilhelm Münz in Gleiwitz sich mit einer Beschwerde an die Königliche Eisenbahndirektion in Kattowitz gemeldet und folgende Antwort erhalten: „Kattowitz, den 31. Mai 1912. Wir haben unsere Zugpersonale auf die vorgekommene Flugblattverteilung aufmerksam gemacht und Anweisung gegeben, daß gegen die Verteiler künftig bahnpolizeilich vorzugehen ist." äx ^crttorvitz, 18. Juni. Von dem Wunsche beseelt, armen Glaubensgenossen zu helfen, hat das Komitee für das jüdische Arbeitsamt Kattowitz O.-S. vor einiger Zeit den Plan gefaßt, armen arbeitswilligen galizischen und russischen Juden Beschäftigung zu verschaffen, wozu Gelegenheit dadurch war, daß die preußische Polizei den oberschlesischen Gruben erlaubt, elf Monate im Jahre russische und galizische Arbeiter zu beschäftigen. Von dieser Erlaubnis machen die Gruben so ausgiebigen Gebrauch, daß zurzeit etwa 20 000 ausländische Arbeiter im oberschlesischen Grubenbetriebe tätig sind. Im galizischen Bergwerksgebiet Boryslaw, Tustanowice, Drohobycz gibt es aber Tausende kräftiger jüdischer Arbeiter, die durch Arbeitsmangel Hunger und Rot leiden oder zur Auswanderung nach Amerika gezwungen sind. Durch Verhandlungen mit den Bergbaugesellschaften hat das Komitee erreicht, daß den jüdischen Arbeitern gestattet werden soll, am Sabbath nicht zu arbeiten und ihnen besondere Baracken zur Verfügung gestellt werden, in denen sie ihre Speisen bereiten und ihre Gebete verrichten können. Es ist nun bei der Florentinengrube zunächst der Versuch mit einer größeren Anzahl jüdischer Arbeiter gemacht worden, der sich, nach einer vom 10. April dieses datierenden Mitteilung der „Kattowitzer Aktiengesellschaft für Bergbau- und Eisenhüttenbetrieb", so bewährt hat, daß sich die Gesellschaft entschloß, auch auf anderen Gruben einige hundert jüdische Arbeiter, die Bergarbeit verstehen und dazu tauglich sind, einzustellen. Die Beschäftigung der jüdischen Arbeiter erfolgt unter denselben Bedingungen und zu denselben Lohnsätzen wie die der ruthenischen Arbeiter, nämlich pro Tag 3—4 Mark. Der jüdische Arbeiter leidet dadurch an seinem Lohn keinen Schaden, daß er am Sonnabend nicht arbeitet, da er dies dadurch nachholen kann, daß er täglich eine Stunde länger arbeitet und daß er eine Nachtschicht macht. Bei besonders tüchtigen Arbeitern steigert sich der Lohn bis auf 6 Mark täglich. Da bei den Gruben ständiger Arbeitermangel herrscht, ist nicht anzunehmen, daß die Zahl

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