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Im deutschen Reich · 1912-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1912) · p. 349

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1912)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1912-07-01
Page
349 (sequence 3)
Language
German
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Umschau. 149 treiben, um die Massen durch den Popanz der Iudenmacht zu blenden und in ihr Lager zu locken. Dafür erhalten sie das wohlverdiente Lob der antisemitischen „Staatsbürger-Zeitung"- diese rühmt an dem im Maiheft der Zeitschrift „Der Türmer" von Karl Storck veröffentlichten Artikel über die „geistige Unterjochung Deutschlands durch die Juden", er enthalte „erfrischende, vorurteilslose Betrachtungen eines der ersten deutschen Kritiker, die sachlich um so wertvoller seien, weil er eingangs betone, er wisse sich persönlich von jedem Antisemitismus frei". Ungefähr so sagt das Professor Sombart auch, wenn auch vielleicht mit anderen Worten. Besonders auffallend ist die Aehnlichkeit darin, daß auch er in seinen Aussprüchen den Juden Dinge nachsagt, die ihm selbst eigen zu sein scheinen. Er wirft den Juden vor, ihr Judentum zu verheimlichen, um unerkannt Einfluß zu gewinnen; und wie steht es mit seinem Antisemitismus? Er behauptet, daß die Juden den verketzern, der von ihren Leistungen sagt, er empfinde ihr Werk als jüdisch, nicht als deutsch. Nun, wir empfinden seine Leistungen auch als undeutsch, d. h. als auf dem Niveau der „Schmach des Jahrhunderts" stehend, wie ein deutscher Hohenzoller das Bestreben gebrandmarkt hat, deutsche Staatsbürger wegen ihres jüdischen Religionsbekenntnisses als „Fremdenvolk" zu behandeln. Die Lobpreisung der „Staatsbürger-Zeitung" belehrt vielleicht noch Herrn Storck, daß seine „alldeutsche" Gesinnung und sein Rassendünkel ihn in das Fahrwasser der radikalen Antisemiten bringen. Sein Schicksal teilt der Verfasser des Buches „wenn ich 6er Kctifer war ", bcn die „Kreuz-Zeitung" über den grünen Klee hinaus lobt, weil er durch feine „Begeisterung für alldeutsche Anschauungen" zum radikalen Rassenantisemitismus und zum Verbreiter des konservativen Gedankens in den Kreisen der „Nationalgebildeten" in den Großstädten gelangt ist. Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" hat mitgeteilt, daß, der Verfasser des Machwerks „Wenn ich der Kaiser war'", das er unter dem Deckmantel Daniel Freymann veröffentlicht hat, ein Nationalliberaler ist, „der dem Vorstand der Wahlorganisation einer großen norddeutschen Stadt" angehöre. Die „Kreuz-Zeitung" verweist darauf, daß die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" das genau wissen müsse, da der Verfasser ihr politisch sehr nahe stehe. Ihr selbst steht er aber mindestens ebenso nahe; denn sie ist offenbar entzückt davon, daß dieser „Alldeutsche" sich als ein radikaler Gegner des Juden-

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