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Im deutschen Reich · 1912-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1912) · p. 344

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1912)
Article
Offener Brief des Kreisrabb. Dr. Beermann-Insterburg an Prof. Niebergall-Heidelberg
Date
1912-07-01
Page
344 (sequence 6)
Language
German
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344 s Im deutschen Reich. und 24, die höchstwahrscheinlich Katechismusstücke aus der Bekehrungsarbeit an Heiden gewesen sind. Hier wird die Frage aufgeworfen: Wer hat ein Anrecht auf die Bähe Gottes? Wer darf sich bei Gott heimisch fühlen. Die Antwort lautet: Nicht kultische und rituelle Hebungen geben eine Anwartschaft auf Annäherung an Gott, sondern ein reiner Wandel im Sinne der Wahrheit und Liebe. III. Diesen Weg zu Gott will Israel die Menschheit führen, das ist der Inhalt seines Missionismus und Messianismus. So läßt die prophetische Erzählung Gen. 12,4 bereits den Stammvater die göttliche Verheißung: „In dir sollen gesegnet werden alle Familien der Erde" und dem Volke in der Offenbarungsstunde am Sinai, Ex. 19, 4, von seinem Gotte den priesterlichen Lehrberuf für die Menschheit empfangen. Die Darstellung der Tempelweihe in Könige I, 8, 41 denkt auch des gottsnchenden Fremden und enthält Fürbitte für ihn. Der Seher, dem wir die am Ende des 19. Kapitel des Iesaiabuches mitgeteilte Vision verdanken, sieht Assyrien und Aegypten, die Erzfeinde, friedlich geeint, gemeinsam mit Israel dem Ewigen dienen; Psalm 87 kennt die heidenbürtigen Bekenner des Ewigen als Zionskinder an und Deuterojesaias 56, 6, 7 verheißt ihnen: Ich bringe sie nach meinem heiligen Berge und erfreue sie in meinem Beihause, ihre Opfer sollen wohlgefällig sein auf meinem Altäre, denn mein Haus soll ein Bethaus genannt werden für alle Völker. Die Erwartung des messianischen Heils ist im Grunde genommen der Glaube an den wachsenden Fortschritt der Menschheit in sittlich-religiöser Beziehung, das Vertrauen auf den einstigen Sieg des Guten. Es gibt ein Messiastum deaeN'rit ÜJfumin, am Ende der Tage. Das heißt, die Messiasidee bleibt Messiasideal) ihre Verwirklichung liegt in keiner Weise hinter uns, sondern in jeder Weise vor uns. So heißt es Ies. 2: Einst am Ende der Tage wird des Ewigen Tempelberg alle Berge und Hügel überragen — denn zu ihm werden alle Nationen strömen. Viele Völker werden sich aufmachen und zueinander sprechen: Auf, wir wollen ziehen zum Berge des Herrn, zum Hause des Gottes Jakobs, daß er uns seine Wege lehre und wir auf seinen Pfaden wandelndenn von Zion geht aus die Lehre und des Ewigen Wort von Jerusalem. Gott wird richten zwischen den Nationen und zurechtweisen die vielen Völker. Dann werden sie umschmieden ihre Schwerter zu Sicheln und ihre Lanzen zu Rebmessern; eine Nation wird nicht fürder gegen die andere das Schwert erheben, und sie werden das Kriegshandwerk nicht mehr lernen, und Ies. 11 lesen wir vor

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