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Im deutschen Reich · 1912-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1912) · p. 308

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1912)
Article
Das Talmud-Flugblatt des Centralvereins, eine Beleuchtung antisemitischer Wahrhaftigkeit
Date
1912-07-01
Page
308 (sequence 4)
Language
German
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308 Im deutschen Reich. Hiernach ist leicht zu ersehen, daß der GesamLinhalt des Flugblattes von gleichem Werte ist. Wir werden es Herrn Fritsch weiter unten nicht ersparen, Punkt für Punkt Zu antworten, und zwar auf 10 Angriffe 10 vernichtende Entgegnungen. Zunächst aber wollen wir, um die Geduld des Hammerbundes in der spannungsvollen Erwartung unserer Antwort auf die unzweideutig gestellten letzten Fragen des Lammerflugblattes 4 nicht gar zu sehr auf die Probe zu stellen, auch hier Punkt für Punkt unzweideutig die Antwort erteilen. 1. Herr Fritsch fragt: „Ist Ihnen bekannt, daß jene Lehren in den rabbinischen Schriften enthalten sind und billigen Sie dieselben? Wir antworten: „Ans ist bekannt, daß „jene Lehren", nach antisemitischer Manier aus dem Zusammenhänge gerissen, eine völlig falsche und gefälschte Darstellung des Judentums enthalten, daß sie aber, im Zusammenhänge verstanden, vor einem noch so hoch entwickelten Sittlichkeitsgesühl Billigung finden müssen; darum billigen wir sie nicht nur, wir find stolz auf das Sittlichkeitsideal unserer Religion." 2. Herr Fritsch fragt: „Wenn Sie dieselben nicht billigen': wie kommt es, daß Sie an einer Gemeinschaft sesthalten, die aus solchen unsittlichen Grundlagen begründet ist? Wir antworten: „Wir sind glücklich, einer Gemeinschaft anzugehören, deren Sittenlehren hinter denen der zivilisierten Völker der Jetztzeit nicht im mindesten zurückstehen." 3. Herr Fritsch fragt: „Warum haben die Juden bisher jede Ilebersetzung der rabbinischen Lehren zu hintertreiben gesucht?" Wir antworten: „Die Juden haben die Aebersetzung der rabbinischen Schriften nicht etwa hintertrieben, sondern die Herausgabe der Aebersetzungen von christlichen und jüdischen Verfassern seit Jahrhunderten lebhaft gefördert, weil sie nur so den Angriff derer zurückweisen können, die im Trüben fischen wollen. Warum verhehlt Herr Fritsch, daß der christliche Gelehrte D. Hermann L. Strack, Professor der Theologie an der Universität Berlin, bereits im Jahre 1887 in dem Buche „Einleitung in den Talmud" zehn Aebersetzungen des Talmuds in den verschiedensten Kultursprachen genannt hat? Vielleicht sah sich Herr Fritsch dazu genötigt, weil eben dieser christliche Professor in der 2. Auflage des genannten Werkes (bereits 1900 H) ausdrücklich schreibt: „Aeberharrpt gibt es innerhalb des gesamten Judentums weder eine Schrift noch eine mündliche Tradition, welche kundigen Christen unzugänglich wäre. Weder suchen die Juden vor den Christen

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