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Im deutschen Reich · 1912-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1912) · p. 307

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1912)
Article
Das Talmud-Flugblatt des Centralvereins, eine Beleuchtung antisemitischer Wahrhaftigkeit
Date
1912-07-01
Page
307 (sequence 3)
Language
German
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Antisemitische Wahrhaftigkeit. 307 An dieser Stelle nur ein Beispiel: An der Schwelle des Flugblattes behauptet Herr Fritsch, Las Wort „Akum" bedeute „Anbeter Kristi (!) und Mariae". Mit der Tragweite des Wortes „Akum" aber steht und fallt die Grundlage für das ganze Anklagegebäude des Hammerbundes. Was bedeutet das Wort „Akum" in Wirklichkeit? Wie die Bezeichnung HAPAG gebildet ist aus den Anfangsbuchstaben der Worte Hamburg-Amerika-Paketfahrt-A.-G., so ist das Wort „Akum" entstanden aus der Zusammenstellung der Anfangsbuchstaben von 3 Worten; diese Worte heißen: . /3 2 1 1 2 3 \ fitei a*r»3 »w (m-D-y ÄKUMj L. h. auf deutsch: „Anbeter der Sterne und Tierkreisbilder"- Die Auslegung des Aammerbundes aber, als bezögen sich die Anfangsbuchstaben 2 und 3 auf Christus und Maria ist um so . ckühner, als der Talmud für Christus stets nur die Bezeichnung ^,Iesu" oder w kennt. Aeberhaupt existierte ursprünglich das Wort Akum im Talmud und Schulchan Aruch nicht, und die ersten Druckexemplare bringen diese Bezeichnung nicht. Vielmehr wurden heidnische Nichtjuden als „Götzendiener", mr rn^ na,7, die andern Nichtjuden als „Goß Kuthi) Nochri, Amm'min, d. h. Völker, Fremde" bezeichnet. Erst die Zensur der Inquisition, also eine christliche Behörde des Mittelalters, hat für alle Drucklegungen des Talmuds und des Schulchan Aruch den Gebrauch des Wortes Akum vorgeschrieben, damit die Betreffenden Stellen unzweideutig nur auf Heiden, nicht aber auch -auf Christen bezogen werden können. Was aber dieNechtspflichten der Juden gegenüber den Nichtjuden in der Jetztzeit, wo sie nicht unter Heiden und Wilden leben, anbetrifft, so gilt für sie nach dem Schulchan Aruch folgende Norm: „Das Staatsgesetz ist in allen Verkehrsangelegen» heiten sowohl zwischen Juden und Juden, als auch zwischen Juden und Nichtjuden bindendes Gesetz (Chofchen Mischpath 369, 2 und noch viele andere Stellen). Dieser Satz ist aber nichts weiter als eine Spezialanwendung des biblischen Satzes: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst (3. Buch Moses 19, 18 u. 34), der zu allen Zeiten der oberste Sittengrundfatz des Judentums gewesen ist.

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