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Im deutschen Reich · 1912-06-01 · Heft 6 (Juni 1912) · p. 295

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 6 (Juni 1912)
Article
[Ohne Titel] / Wolff
Date
1912-06-01
Page
295 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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Vereinsnachrichten. 295 machen, zu erfahren, in welcher Weise die antisemitische „Staatsbürger-Zeitung" den Inseratenfang betreibt, den sie bei anderen Blättern sicher in tendenziöser Weise begeifern würde. Ans ist ein vom 11. Mai datierter Brief der „Staatsbürger-Zeitung" auf den Redaktionstisch geflogen, der sicher nicht der einzige sein wird, den sie an hiesige Firmen versendet, und nicht nur für Den Geschäftsbetrieb des Antisemitenblattes charakteristisch ist, sondern auch zu der Annahme berechtigt, daß ihr Geschäft abflaut. Der Brief lautet wörtlich: Sehr geehrte Firma! Klagen Sie nicht auch über die ungeheure Konkurrenz, die Ihnen durch die jüdischen Warenhäuser erwächst? Haben Sie aber schon einmal darüber nachgedacht, warum diese Konkurrenz für Sie gefährlich ist? Unsere christlichen Mitbürger würden nicht scharenweise dorthin laufen, wenn Rassenstolz und Gemeinschaftsgefühl bei uns Germanen ebenso stark ausgeprägt wäre als bei den Juden. Diese Gefühle in immer weiteren christlichen Kreisen wachzurufen und zu stärken, hat sich die „Staatsbürger-Zeitung", die jetzt in andere Hände übergegangen ist und immer in den besten Kreisen Eingang findet, als Ziel gesetzt. Mit Wort und Schrift fordern jetzt täglich unsere Anhänger alle deutsch-völkisch Gesinnten auf, die christlichen Geschäfte zu bevorzugen. Die Erfolge dieser Bewegung werden täglich größer, denn immer größer wird die Zahl derjenigen, die sich sogar schriftlich verpflichten, in erster Linie in christlichen Geschäften zu kaufen. Wie oft wird bei uns angefragt, ob wir ein christliches Geschäft dieser oder jener Branche nennen können, oder ob ein bezeichnetes Geschäft einem christlichen Inhaber gehört. Wie nützlich wäre es jetzt für Sie, wenn auch Sie sich entschließen würden, in unserer Zeitung zu inserieren. Wir sind gern bereit, Ihnen bei direkter Aufgabe einen A u s n a h m e p r e i s zu notieren und steht unser Vertreter jederzeit mit weiteren Details zu Ihrer Verfügung. Inzwischen empfehlen wir uns Ihnen bestens mit vorzüglicher Hochachtung S taatsbürger-Z eitu ng. — Wie die „Staatsbürger-Zeitung" am 1. September 1911 hat der gleichfalls in Berlin erscheinende „Deutsche General-Anzeiger (Sedlatzek) am 6. September 1911 den Artikel „Professor Strack als Talmud Held" gebracht. Nachdem seitens der Staatsanwaltschaft Anklage erhoben war, hat das Blatt seine schmählichen Angriffe bedauernd zurückgenommen und, wie wir erfahren, gleich der Staatsbürger-

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