Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / Wolff
- Date
- 1912-06-01
- Page
- 296 (sequence 7)
- Language
- German
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296 Im deutschen Reich. Zeitung dem Beleidigten den Betrag von 50 M. zu wohltätigen Zwecken gezahlt, auch die durch Rücknahme des Klageantrags entstandenen Kosten übernommen. Am 21. Februar 1912 brachte der „Deutsche General-Anzeiger" folgende „Erklärung" auf seiner ersten Seite: „Am 6. Sept. 1911 hat der Gen.-Anz. einen Artikel gebracht: „Professor Strack als Talmudheld." In diesem Artikel ist dem Prof. d. Theol. DDr. Hermann Strack an de? Univ. Berlin vorgeworfen worden, daß er es mit seiner Eidespslicht als Sachverständiger nicht genau genommen habe, und daß er im Dienste des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens tätig sei. — Ich nehme diese Vorwürfe hierdurch mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück und erkläre, daß ich von dem guten Glauben und der persönlichen Lauterkeit des Arbeitens des Herrn Prof. Strack überzeugt bin. Paul Werner als damaliger Schriftleiter." — Unter der Ueberschrift „Lin Mißgriff" berichtet der liberale „Hannoversche Courier": Major a. D. Endell in Posen, der bekannte Heißsporn vom Bund der Landwirte, erklärt in der „Deutschen Tagesztg.", er könne sich dem „Deutschen Wehrverein nicht anschließen, „so lange sich in seinem Vorstand ein Mann befindet, der einerseits öffentlich dieZulassungderIudeninunserOffizierkorps fordert und andererseits eine einflußreiche Stellung in einer Partei bekleidet, deren Vertreter im Reichstage in ihrer Mehrheit einen Bebel und Scheidemann zu Präsidenten des Reichstages gewählt haben, der einem Sozialdemokraten vermutlich selbst seine Stimme gegeben, jedenfalls eine solche Wahl nicht verhindert hat. Herr Geheimrat P aas che und ebenso Männer seiner Gesinnung mögen sich dem Wehrverein als Mitglieder meinetwegen anschließen, unter seine Führung kann ich mich unter keinen Umständen begeben." Ja, in der Tat, der „Deutsche Wehrverein" hat einen schweren Fehler begangen. Aber nicht, daß er Herrn Paasche in den Vorstand wählte, sondern indem er Herrn Major a. D. Endell zum Beitritt aufforderte. Hoffentlich bleibt dieser bei dem erfreulichen Entschluß, sich brüsk ablehnend zu verhalten. Es wäre nur zum Schaden des Deutschen Wehrbundes, wenn Herr Endell sein Mitglied würde, gerade wie es zum Schaden des Deutschtums in der Provinz Posen ist, daß Herr Endell dort wohnt. — Zu der im Juni abzuhaltenden Posener „Flug- und Sportwoche" wurde kürzlich ein Ehrenausschuß gebildet, zu dem auch Herr Endell gehört. Daraufhin haben sämtliche Posener jüdischen Mitglieder dieses Ehrenausschusses, und zwar