Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1912)
- Article
- Die Zukunft der Juden
- Date
- 1912-06-01
- Page
- 273 (sequence 17)
- Language
- German
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Die Zukunft der Juden. 27 ihnen ist mit dem Brandmal gebrandmarkt, das die Katastrophen von Jena und Auerstädt us-w. und der Fall der preußischen Festungen manchem Iunkersohn aufgedrückt hat. Hat Sombart kein Gefühl für die Ungerechtigkeit, die darin liegt, daß das Offizierskorps christlich bleiben soll, Werl die Juden keine Osfiziersqualität hätten, und daß die Fakultäten christlich bleiben sollen, weil die Juden strebsamer und fleißiger und dadurch die Universitäten verjuden würden. Offiziere sollen sie also nicht werden, weil sie schlechter, und Professoren nicht, weil sie geeigneter als die anderen sind. Aein, meine Herren, man braucht das bloß niedriger zu hängen, um zu sehen: Auch für Sombart gilt der Spruch: 3tat pro rationo voluntas; nicht Vernunftgründe, sondern der Wille ist für ihn bestimmend.; | Ob Sombart sich dagegen verwahren kann, antisemitisch genannt zu werden, will ich nicht entscheiden. Ich habe geglaubt, etwas eingehender über ihn sprechen zu sollen, weil seine Vorträge, die ich nicht gehört habe, die Geister verwirrt haben sollen. Ich habe gehört, daß er mit großem Beifall empfangen wurde, und daß auch sein Ausspruch, „das Wort deutsicher Staatsbürger jüdischen Glaubens ist ein Bluff", lebhaft bejubelt worden ist. Ich will annehmen, daß das Antisemiten sind, die ihm zugejubelt haben. Ich glaube es nicht, daß es einen Juden unter uns geben wird, mag er ein Eentral-Vereinler, ein Indifferenter oder ein Zionist sein, der sich das sagen lassen wird, daß man nicht deutscher Staatsbürger sein und jüdischen Glauben haben könne. Ich würde einen Juden verachten, der sich das ruhig sagen läßt. Nun darf man es mit Sombart nicht in diesem Punkte genau nehmen, offenbar hat ihn der Impuls des Volksredners mehr sagen lassen, als er sagen wollte. Hat er doch an anderen Stellen anders gesprochen. Ich habe Ihnen vorgelesen, daß er auf Seite 74 seiner Broschüre gesagt hat: „Warum soll ein Jude, der sich, als Jude fühlt, nicht am deutschen Geiste seinen vollen Anteil haben?", und daß er auf Seite 75 gesagt hat: „Kann man nicht ein selbstbewußter Jude und ein sehr guter Deutscher im staatsbürgerlichen Sinne zu gleicher Zeit sein?" Oder meint er mit den s e l b st b e w u ß t e n Juden, die gute Deutsche sein könnten, nur die Zionisten und nicht die Lentral-Vereinler? Weine Herren, ich gehöre mit zu den Männern, die den Central - Verein begründet haben und betrachte die Gründung des Verbandes