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Im deutschen Reich · 1912-06-01 · Heft 6 (Juni 1912) · p. 268

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 6 (Juni 1912)
Article
Die Zukunft der Juden
Date
1912-06-01
Page
268 (sequence 12)
Language
German
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268 Im deutschen Reich. uns - vollgesogen. Schon vor zehn Jahren habe ich darauf hinge wiesen, daß nicht maßgebend ist die Form der Schädel, die Farbe der Haare, die Linienführung der Nase und die Größe der Figur, sondern der energisch betätigte Wille, ein Deutscher zu sein, da ßdie Iuoen schon im 11. und 12. Iahrhändert, ehe sie aus Westdeutschland vertrieben worden sind, die Träger einer großen deutschen Kultur waren, und daß, als sie unter Mord und Brand vertrieben wurden, sie als getreue Kinder eines unväterlichen Vaterlandes die deutsche Sprache mitgenommen und bis in die fernsten Lande und jüngsten Zeiten bewahrt haben. Auf deutschem Vaterlande, auf deutschem Boden sind wir, so sagte ich damals, geboren und werden wir, so Gott es will, dereinst begraben sein, und das berechtigt, uns, auch ohne Taufe und sogenannte Assimilierung uns Deutsche zu nennen. Wir wollen dem deutschen Vaterlande angehören und werden ihm angehören, dabei können wir und müssen wir unserer Glaubensgemeinschaft und unserer Stammesgeschichte treu bleiben. „Stolz in der Eigenart und treu" hat unlängst unser König mit Bezug auf die deutschen Stämme gesagt. Wir können das Wort auch auf unfern Stamm beziehen. Die nationale Verschmelzung verträgt sich mit den sozialen Gruppierungen, unsere Differenzierung ist kaum größer als die anderer deutscher Gruppen, Stämme und Stände, und wenn sie es wäre, verschlüge es auch nichts. 2. Ich kann nicht anerkennen, daß deutsche Art und jüdisches Wesen in ihrer Vereinigung sich gegenseitig verschlechtern. Sind beides herrliche Arten, so kann aus der Vermischung nicht eine Mißgeburt herauskommen. Ragt der moderne Mensch mit seinem Leben in fremde Kulturen hinein, haben sich Slaven und Germanen im Osten, Welsche und Germanen im Süden, Kelten uiu Germanen im Borden vermischt, warum sollte aus dem Zusammenleben der Juden mit den Deutschen eine Verschlechterung beider Arten erstehen? And wenn das wäre, glaubt er wirklich, daß man unsere Eigenart künstlich durch Zurückpflanzung erhalten könne, daß es für uns nur eine Gesundung gäbe, wenn wir in Palästina Staat und Mu t t er b o d e n hätten? Wenn es unsere Eigenart ist, so anpassungsfähig zu sein, daß er uns mit Ranken und Schlingpflanzen glaubt vergleichen zu dürfen, werden wir dann nach Palästina verpflanzt Zedern des Libanon werden? Ist denn nicht die Anpassungsfähigkeit auch eine Haupteigenart des deutschen Wesens? Sind wirklich unsere Fehler lediglich aus der Assimilation entstanden oder hat uns viel mehr als die Assimilation das Ghetto verdorben? Was hat denn aus dem Volke der Priester, Krieger, Ackerbürger und Gelehrten ein .Volk der

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