Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1912)
- Article
- Halsschnitt, nicht Hirnzertrümmerung [Rezension]
- Date
- 1912-05-01
- Page
- 247 (sequence 3)
- Language
- German
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Bücherschau. 24; Dr- Back sich nicht darauf beschränkt, die Aerzte für die Reform- Lätigkeit aus sozialem Gebiete ins Feld zu rufen, für die sie „auf Grund ihrer wissenschaftlichen Bildung und vielleicht auch praktischen Erfahrung" zweifellos ungleich höher berufen und befähigt sind, als zur Behandlung der Schächtfrage, die ein Spezialstudium erfordere? Allerdings sei jenes Gebiet für den vorsichtigen Wann „heikler" als die Schächtfrage, bei der man ja „nur die Juden" zu verletzen fürchten müsse. Nur so sei es auch zu verstehen, daß ein deutscher Arzt wie Back sich überwinden konnte, über die wissenschaftliche Befähigung von Koryphäen der humanen Medizin, die sich ausnahmslos zugunsten der Schächtmethode aussprachen, kurzweg abzuurteilen und ihre iides zugunsten der Veterinärärzte nicht anzuzweifeln, sondern einfach zu bestreiten. Back operiere fortwähernd mit starken Worten, wie: „es ist über allen Zweifel erhaben", „es steht zweifellos fest"; aber diese starken Worte können nur den Unkundigen über die Schwäche seiner Positron täuschen, die Unbewiesenes und Unbeweisbares erst als sichere Ergebnisse hinstellt, um auf dieser Grundlage dann weiter zu schreiten. So schreibt Back, es sei „nach sehr genauen und durchaus objektiven Feststellungen über allen Zweifel erhaben, daß. das Schächten den Tieren Qualen verursacht, welche bei Anwendung moderner Schlachtmethoden vermieden werden". Aber nicht weniger als 113 Tierärzte, deren Autorität gerade Back voranstellt, werden von Biberfeld namentlich angeführt, die begutachten, daß. das Schächten allen anderen Tötungsarten mindestens gleichwertig, ein großer Teil sogar, daß es allen anderen vorzuziehen sei. Und 190 weitere bezeichnen das Schächten als eine durchaus humane Tötungsart! Mit Recht protestiert Biberselo dagegen, daß eine unklare Empfindsamkeit, wie sie sich bei Back zeigt, sich in dem Mantel der Wissenschaft drapiert und in deren Namen Forderungen erhebt. Wo Herr Dr. Back den Boden der experimentellen Erkenntnisse betritt, sind seine Vorwürfe gegen das Schächten von der Wissenschaft längst zurückgewiesen, seine Anpreisungen der Betäubungsmethoden auf ihren problematischen Wert zurückgeführt und gerade durch die Praxis mindestens die Gleichwertigkeit der Schechitah erwiesen worden. Es sind lediglich „olle Kamellen", die Back aufwärmt; es fehlt in seinem Katalog keines der Schlagworte der Tierschützler vom Schlage der Stenz, Ramdohr u. Gen. Das „Angstgefühl der Tiere", die „Herzkrämpfe", die „Fortdauer der Kornealreflexe", die „VertebralarLerien" usw., es sind alles alte Bekannte, lauter so und so oft in erschöpfender, wissenschaftlicher Beweisführung widerlegte Argumente, die Back wieder aufmarschieren läßt und wie neue Eingebungen mit breiter Behaglichkeit auseinandersetzt. Den Gipfel erreicht er aber, wenn