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Im deutschen Reich · 1912-05-01 · Heft 5 (Mai 1912) · p. 243

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 5 (Mai 1912)
Article
[Ohne Titel]
Date
1912-05-01
Page
243 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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Vereinsnachrichten. 243 haben wir doch keinen Anlaß, an der Richtigkeit der gegebenen Aufklärung zu zweifeln und gegen den Oberamtsrichter Diez, dessen Pflichttreue und Objektivität für uns außer Frage steht, im Dienstaufsichtswege eine Maßnahme zu treffen. Gez. von Dusch." — In Tarnowitz (O.-Schl.) ist am 20. März nach einem Herrn Rabbiner Dr. Goldmann gehaltenen Propagandavortrag eine Ortsgruppe des Lentral-Vereins gebildet worden, die bereits über 50 Mitglieder zählt. Den Vorstand der Gruppe bilden die Herren: Rabbiner Dr. Gradenwitz als Vorsitzender, Stadtrar Pinkus als Kassierer, ferner als Beisitzer die Herren: Max Moeller, Bach, Alexander Cohn und Leo Panofsky. — Cs dürfte weitere jüdische Kreise interessieren, daß vor kurzem vom Berliner Bezirkskommando ein jüdischer Arzt, der kgl. Assistenzarzt d. R. ist, aufgefordert wurde, in das aktive Sanitätsoffizierkorps der Kaiserl. Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika einzutreten. Hoffen wir, daß dieser Fall nicht nur auf die Schutztruppe beschränkt bleibt. — Cs wird uns üritgeteilt, daß, in einer großen Stadt Posens ein jüdischer Steinmetzger lohnende Tätigkeit'finden würde. Näheres bei.der Redaktion dieses Blattes. — Eine junge Dame, die sich um eine Stellung bei Herrn Bernhard Kotting, Ritterstr. 80, bewarb, wurde, nachdem alle Bedingungen bereits erledigt waren, befragt, welcher Religion sie angehöre, und als sie sich als Jüdin bekannte, wurde ihr der Bescheid erteilt, daß die Firma nur christliches Personal engagiere. Daß auch in der Kleinmöbel-Branche ein solcher Konfessionalismus betrieben wird, dürfte für die jüdische Kundschaft der Firma Bernhard Kotting immerhin von Interesse sein. — Im „General-Anzeiger von Stettin" suchte die Konfektions-Engros-Firma Gras & Teuchert, Stettin, Berliner Tor 7, „Christliches Personal". Die Firma hat ein Millionengeschäft.: sicher ist der größte Teil ihrer Kundschaft jüdischen Glaubens. Cs wurde versucht, die Firma zu bewegen, in ihrem Interesse derartige Annoncen zu unterlassen. Der Inhaber, Herr Graf, zeigte aber kein Entgegenkommen. — In der „Kölnischen Zeitung" hat kürzlich die Schürzen- und Iupon-Fabrik Seifert & Lemmes in Köln durch ein auffälliges Inserat einen Lageristen (Christ) gesucht. Es wird uns von verschiedenen Seiten mitgeteilt, daß diese Firma viel mit jüdischen Häusern arbeitet. — Ein Vereinsmitglied teilt uns mit, daß. es auf ein Schreiben an den Besitzer des Hotels „Wa ld sch lößch en" in Bruns haupten i. W., in dem er Herrn Ludwig Kreins ersuchte, ihm zwei Zimmer zu reservieren, den Bescheid erhalten

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