Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1912)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1912-05-01
- Page
- 244 (sequence 14)
- Language
- German
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244 Im deutschen Reich. habe, daß er nur für christliche Herrschaften Zimmer reserviere. Wir nehmen das Hotel „Waldschlößchen" in die Liste der antisemitischen Hotels und Pensionen auf. — In Essen-Ruhr ist Herr Kommerzienrat. Isaak Hirschland, immerwährendes Mitglied des Central-Vereins, verschieden. Mit ihm ist ein Mann dahingegangen, auf den das Judentum und unser Verein stolz zu sein Anlaß hat. — Herr Wilhelm Schwaner, Schlachtensee bei Berlin, hat sich durch den in unserm Dezemberheft 1911 veröffentlichten „Offenen Brief" veranlaßt gefühlt, am 14. April d. I. im „Volkserzieher" eine Antwort zu bringen. Herr Rechtsanwalt Dr. L. Holländer ist zurzeit abwesend und wird deshalb erst in unserer nächsten Nummer auf die Sache zurückkommen. * Briefkasten. D. G., Beulin, In einer „Aufforderung zum Abscheu vor der Taufe" überschriebenen Notiz suchte kürzlich die „Deutsche Tageszeitung" den Glauben zu erwecken, daß im Central-Verein das Sakrament der Taufe geschmäht worden sei, was selbstverständlich den deutschen Juden völlig fernliegt. Was ihnen als schmählich gilt, ist die Taufe abtrünniger Juden, die ihren Glauben aus materiellen Gründen verleugnen, und die Taufe jüdischer Kinder, die dem Glauben ihrer Väter lediglich in dem Wahn entzogen werden, daß. ihnen der Kamps ums Dasein dadurch erleichtert werde. Wenn in dem Central- Verein gesagt worden wäre: „In der Macht der Juden liegt es, der jüdischen Jugend Selbstbewußtsein einzupflanzen und sie mit Abscheu vor der Taufe zu erfüllen", so könnte sich diese Mahnung doch deutlich genug mir auf die jüdische Jugend, nicht auf die christliche beziehen. Von jüdischer Seite wird vielmehr gewünscht, daß zunächst erst die Antisemiten' mehr als bisher Achtung vor der christlichen Taufe bekunden und nicht mehr die Wirkung dieses Sakraments dadurch verhöhnen, daß sie die zum Christentum A.ebergetretenen, sobald sie sich irgendwie mißliebig machen, uns an die Nockschöße hängen und behaupten. Jude bleibr Jude — trotz der Taufe. Der Nassenantisemitismus ist doch sicher die größte Schmähung der Taufe. — Die „Deutsche Tageszeitung" hatte gleichzeitig dem Abg. Kopsch vorgeworfen, der Versammlung beigewohnt zu haben, ohne gegen eine Wendung 31t protestieren, die den „Abscheu vor der Taufe" aussprach. Von der „Freisinnigen Zeitung" belehrt, erklärte die