Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1912)
- Article
- Die Zukunft der Juden
- Date
- 1912-05-01
- Page
- 214 (sequence 6)
- Language
- German
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214 Im deutschen Reich. An der Hand der' aufsteigenden Phasen der jüdischen Geschichtsentwicklung fordert Redner dazu auf, unsere Organisation lückenlos auszugeftalten, hinunter bis auf den letzten Mann und hinauf bis zu jenen Höhenwanderern, die „mit goldenen Löffeln an Kaisers Tische speisen." Er nimmt Stellung gegen die Taufe aus Gewinnsucht, gegen die Mischehe, die nicht Neigung, sondern Strebertum geschlossen hat, und fordert gesellschaftliche Scheidung von den unlauteren Elementen, die uns und unseren Kampf im Stich lassen. Kürzlich ist das Wort zitiert worden: Der jüdische Geist sei gewissermaßen die Inkarnation des Willens, er sei so stark, daß, er selbst das wollen kann, was er nicht w i l L Nun, wenn das wahr ist, — so schloß, der Redner — dann wollen wir unfern kraftvollen Willen zusammenfassen, um als aufrechte Bürger auf diesem Boden unser Recht zu erringen — zum Nutzen der jüdischen Gemeinschaft, zum Segen des Vaterlandes, dessen Interessen wir als a u f r e ch t e B ü r g e r glauben am besten fördern zu können. Rauschender Beifall lohnte die beiden Redner. In der Diskussion polemisierte zuerst Herr Lax, der bereits seit zehn Jahren dem Central-Verein als Mitglied angehört, und ebensolange Zionist ist, gegen die Ausführung des letzten Redners über den Zionismus, vor allem über die Stellung der Zionisten zu Prof. Sombart. Er betonte mit großem Nachdruck, daß die Zionisten es durchaus ablehnten, Sombart irgendwie als Kompetenz in jüdischen Fragen a v. 3 u c r k enne n. An der Hand von praktischen Beispielen wies er nach, daß ein prinzipieller Gegensatz zwischen der Auffassung des Central-Vereins und des Zionismus hinsichtlich der Stellung der Juden dem Staate gegenüber nicht bestehe. Der folgende Redner, Herr Emil Pincus, regt an, den Kampf gegen Sombart, den er für einen Antisemiten hält, in aller Oeffentlichkeit vor einem gebildeten christlichen Publikum auszusechten. Demgegenüber betont der Versammlungsleiter, der Vereinsvorsitzende Herr Iustizrat Dr. Horwitz, daß angesichts des großen Zustroms, dessen sich die So mb arischen Vorträge von seiten des jüdischen Publikums erfreuten, zunächst eine Aufklärung der Juden über den wahren Charakter Sombarts dringend notwendig gewesen sei, und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß Sombart mit seinen Ideen in Zukunft bei unseren Glaubensgenossen keinen Anklang mehr finden werde. Im Anschluß an die Worte des Herrn Emil Pincus forderte der letzte Diskussionsredner, Herr Rechtsanwalt I)r. Blau, daß die Rabbiner Sombarts Darstellung der jüdischen Religion sorg-