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Im deutschen Reich · 1912-05-01 · Heft 5 (Mai 1912) · p. 215

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 5 (Mai 1912)
Article
Die Zukunft der Juden
Date
1912-05-01
Page
215 (sequence 7)
Language
German
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Die Säcularfeier des Emanzipationsedikts. 'faltig nachprüfen sollten, wies darauf hin, daß Sombarts Behauptung Des überragenden Reichtums der Juden bei näherem Zuschauen sich als haltlos erweise und regte an, daß von berufener, fachmännischer Seite eine Widerlegung der Ideen, die Sombart in seinem Buche: „Die Juden und das Wirtschaftsleben" miedergelegt habe, erfolge. Nachdem Herr Iustizrat Dr. Horwitz erklärt hatte, daß diese Anregungen beim Vorstande ernste Beachtung finden würden, schloß er um Mitternacht die Versammlung. 8. * Die Säcularfeier des Emanzipationsedikts. Die hundertste Wiederkehr des Tages, an welchem den preußischen Juden die bürgerliche Gleichberechtigung verliehen ward, ist in fast allen preußischen Gemeinden im Norden nnd Süden, Osten und Westen feierlich begangen worden. "Nächst Berlin waren es vor allem unsere Ortsgruppen, welche freudig die Gelegenheit ergriffen, auf Anregung des Central- Vereins, der die Erhaltung und Durchführung unserer verbrieften Rechte zur Lebensaufgabe hat, in der Geburtsstunde der Freiheit jung und alt die Bedeutung des Edikts vom 11. März 1812 für die Geschichte der preußischen Juden vor Augen zu führen. Zahlreiche Zuschriften beweisen es, welch kräftigen Widerhall diese Anregung im Herzen der preußischen Juden gefunden hat, wie man sich allenthalben bemühte, würdig den großen Tag zu begehen. Wir müssen es uns leider aus Raummangel versagen, auch nur auszugsweise alle Berichte wiederzugeben, für die wir an dieser Stelle den Einsendern unseren herzlichsten Dank aussprechen, und uns damit begnügen, in Kürze den Eindruck zu schildern, den die Feier in den einzelnenen Gemeinden ausgelöst hat. In vielen Städten hatten sich die Ortsgruppen des Central- Vereins mit anderen Organisationen, hauptsächlich mit dem Verein für jüdische Geschichte und Literatur, zusammengeschlossen, so in Ra tib o r, wo Dr. Eisner und Rechtsanwalt S t einer t sprachen, ebenso in Duisburg. Hier hielt in der von Or. Neu mark geleiteten Versammlung Rechtsanwalt Saul die Festrede, in welcher er die- Entstehung des Edikts in fesselnder Weise schilderte. An den wissenschaftlichen Teil schloß sich ein künstlerischer. Ganz besonders würdig gestaltete sich die Feier nach den Berichten der „Essener Volkszeitung" und des „Essener Generalanzeigers" in Essen, wo auch die jüdische 'Gemeinde offiziell an der Festlichkeit teilgenommen hat. 800

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