Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 4 (April 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / Kohnstamm, Robert
- Date
- 1912-04-01
- Page
- 195 (sequence 16)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 195 Karte vorgelegt, und ich erhalte heute darauf folgende Antwort: „Sehr geehrter Herr! Auf Ihr Schreiben vom 25. Qan. 1912 teilen wir Ihnen auf Veranlassung und im Aufträge des Herrn Dr. Penzig höslichst mit, daß wir uns selbstverständlich der Auffassung des Herrn Votier ganz und gar nicht anschließen. Der Bund ist ein ausgesprochener Gegner aller alldeutschen — antisemitischen Bestrebungen und steht ihnen vollkommen fern, wie ja auch die Zusammensetzung seines Vorstandes zeigt. Wir zeichnen." Ich teile Ihnen dies höslichst zur gesl. Kenntnisnahme mit und nehme an, daß es Ihren Wünschen entspricht, wenn ich unsere Korrespondenzen der Oeffentlichkeit übergebe. Ich selbst werde mich der hohen Ziele des „Bundes" weiter annehmen, um mit ihm dem deutschen Volke eine gute und damit naturgemäß eine antisemitenreine Zukunft zu erstreben. In dieser Bedeutung akzeptiere ich auch die Schlußzeilen des Leitwortes der von Ihnen verwendeten Hammer- Postkarte : Mich dünkt vom Menschen zum Menschen so fern, Wie vom Irrlicht im Sumpf zum himmlischen Stern. Sollte der Hammer-Verlag ein Motto zum eigenen Gebrauch der regelmäßigen Benützer der Hammer-Postkarten verwenden wollen, so würde ich ein abgeändertes Goethe- Wort Vorschlägen, das dann folgendermaßen lauten würde: Spotten ihrer selbst und wissen nicht wie. Mit ausgezeichneter Hochachtung gez. Robert Kohnftamm." Es wird hiermit richtiggestellt, daß der auf S. 126/127 in dem Aufsatze „Wahlbetrachtungen" im Märzheft enthaltene Auszug nicht aus der in Ratibor erscheinenden „Oberschlesischen Volkszeitung", sondern aus der in Beuthen erscheinenden „Oberschlesischen Zeitung" entnommen ist. — Laut Militärwochenblatt vom Januar d. I. ist der Kaufmann Hugo Eisinger zum Leutnant der Reserve des Kgl. Bayerischen 21. Infanterie-Regiments befördert worden. Es mangelt demnach den Juden nicht an der Befähigung, Offizier zu werden allerdings nur in Bayern, das sich in dieser Beziehung dem Beispiele Preußens nicht angeschlossen hat, wie in letzter Zeit mehrfach behauptet wurde. Wir haben bereits im Fahre 1909 darauf aufmerksam gemacht, daß das Möbelgeschäft Robert Seelisch, Berlin 0.. Rigaer Straße. 71/733., sich auf seinen Reklamebogen als „christliches Geschäft" bezeichnet,- auch jetzt versendet diese Firma von neuem die Zirkulare. — Die Konditorei von F. W. G u m p e r t, Berlin C„ K ö n i g st r. 24, besitzt seit Jahrzehnten eine vorzugsweise jüdi-