Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 4 (April 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / Kohnstamm, Robert
- Date
- 1912-04-01
- Page
- 190 (sequence 11)
- Language
- German
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190 Im beut[d>ett Reich. trag mit einem Aufruf an die Erschienenen, die Bestrebungen des Eentral-Vereins zu unterstützen. — In Birnbaum und Neustadt bei Pinne haben im Februar C e n t r a l - V e r e i n s - V e r s a m m l u n g e n stattgefunden, in denen Herr Alfred Marcus aus Pinne das Thema: „Der Eentral-Verein, seine Entstehung und Wirksamkeit" in fesselnder Weise behandelt und den Erfolg erzielt hat, daß sämtliche Anwesende, soweit sie dem Eentral-Verein noch nicht angehörten, sofort ihren Beitritt erklärten. Hoffentlich werden auch aus den Gruppenvorständen anderer Orte sich Redner bereit finden, in Nachbargemeinden, in Denen der Verein noch ungenügend vertreten ist, in ähnlicher Weise für unsere Sache zu wirken und dadurch unseren Tendenzen eine immer größere Verbreitung zu verschaffen. — Im rebenumkränzten Neustadt a. Hd t., der „Perle der Pfalz", hielt am 25. Februar der Landesve r b and Pfalz seine aus der ganzen Pfalz besuchte Mitgliederversammlung ab, zu der auch zahlreiche Damen erschienen waren. Mathematiker Or. K o b u r g e r - Ludwigshafen als Vorsitzender hieß, die Erschienenen, insbesondere den. Syndikus Or. Holländer- Berlin, die Damen und den Vertreter der Kultusgemeinde Neustadt herzlich willkommen. Daß man mit den alljährlichen Der-, sammlungen des Verbandes das Rechte getroffen, zeige der heutige so starke Besuch. Herr Emil Behr-Neustadt begrüßte namens der Kultusgemeinde Neustadt die Versammlung und gab seiner Freude Ausdruck, daß Neustadt wieder als Versammlungsort gewählt worden. Syndikus Dr. Holländer-Berlin, von starkem Beifall begrüßt, sprach über die Lage der deutschen Juden, wie sie durch die Wahlen geschaffen w o r d en ist. Wenn auch die rein antisemitischen Parteien bei der Reichstagswahl ein Drittel ihres Besitzstandes verloren, sei doch der antisemitische Geist und das antisemitische Gift in den verkappten antisemitischen Parteien noch stärker als zuvor. Mancher Wahlartikel und manche Wahlagitation der rechts der Nationalliberalen sitzenden Parteien habe dies bewiesen. Redner wies dann nach, was man zu tun habe, um die Lage der Juden zu verbessern und zu erhöhen. Da gelte es eben, dem Antisemitismus gegenüber vor allem die Organisation des Central-Vereins nicht nur in den Städten, sondern auch auf dem Lande 3 u st ä r k e n und auszubreiten. Bedauerlich sei, daß. auch weite Kreise des Zentrums in das antisemitische F a h r w a s s e r hinübergeglitten seien. Man wolle aber doch jüdischerseits in bestem Einvernehmen mit unseren katholischen Mitbürgern leben. (Bravo!) Wir wollen, so betonte Redner, mit jeder Religions- und Konfessionsgemeinschaft in Frieden