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Im deutschen Reich · 1912-04-01 · Heft 4 (April 1912) · p. 189

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 4 (April 1912)
Article
[Ohne Titel] / Kohnstamm, Robert
Date
1912-04-01
Page
189 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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V ereinsnachrichten. 189 sitzende, Herr Rabbiner Dr. Viram, sowle die Herren Di:. Korach, Feldmann u. a. das Wort. Rach einer angeregten und anregenden Ansprache meldeten etwa 25 neue Mitglieder ihren Beitritt zum Central - Verein an. Hierdurch ist die Bildung einer Hirschberger Ortsgruppe ihrer Verwirklichung nähergerückt. — Die Ortsgruppe Breslau hielt am 17. Februar eine außerordentliche General-Versammlung ab, die sehr zahlreich von Mitgliedern und Gästen — auch Damen — besucht war. Die Versammlung wurde von Herrn Sanitätsrat Dr. Reich mit einem kurzen Bericht über die Tätigkeit der Ortsgruppe während der Reichstagswahlen eröffnet. Sodann hielt Herr Iustizrat Horwitz aus Berlin eine sehr eindrucksvolle Ansprache; anknüpfend an den Iudentag, der etwa 2y2 Jahre vorher unter seiner Leitung in Breslau stattgesunden und ein Bild der Einigkeit aller Juden Deutschlands gegeben hatte, erhob er den Mahnruf, alle inneren Zwistigkeiten und Verschiedenheiten der religiösen oder politischen Anschauungen hintanzusetzen und unterm Banner des Central-Vereins sich zum Kampfe gegen den Antisemitismus zusammenzuschließen. Seine mit allgemeinem Beifall aufgenommenen Ausführungen bewrikten, daß eine größere Anzahl der anwesenden Gäste sofort ihren Beitritt zum Verein anmeldeten. Nachdem hierauf unter Leitung des Herrn Iustizrat Horwitz die Neuwahl des Vorstandes vorgenommen worden war — es wurde der bisherige Vorstand wieder- und fünf neue Mitglieder hinzugewählt — hielt Herr Rechtsanwalt Br. Holländer aus Berlin einen sehr interessanten Vortrag über das Thema: Was lehren uns die Reichstagswahlen? Redner führte aus, daß leider der Antisemitismus trotz der Dezimierung der Abgeordneten der Wirtschaftlichen Vereinigung nicht so geschwächt aus den Wahlen hervorgegangen ist, wie man es erhofft hatte. . An der Hand eines sehr reichen Materials legte er in fesselnder Weise dar, wie die Juden in den kleinen Städten und auf dem Lande, durch die Verhetzungen während des Wahlkampfes wirtschaftlich geschädigt worden sind und wie notwendig und förderlich sich in vielen Wahlbezirken das Eingreifen. des Central-Vereins durch Entsendung von Agitationsrednern und Verteilung von Druckschriften erwiesen hat. Auch nach den Wahlen dürfen wir nicht die Hände müßig in den Schoß legen; denn Zentrum und Konservative suchen durch den Antisemitismus neuen Wind in ihre Segel zu bekommen; hiergegen müssen wir geschlossen und mit Energie ankämpfen durch Belehrung und Aufklärung, wie es der Central-Verein auch tatsächlich schon erfolgreich in die Hand genommen hat. Redner schloß seinen mit großem Beifall aufgenommenen Vor-

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