Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 4 (April 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / Kohnstamm, Robert
- Date
- 1912-04-01
- Page
- 191 (sequence 12)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 191 -leben. (Lebh. Bravo.) Referent kennzeichnete dann u. a. in schlagenden Worten den Antisemitismus des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfenverbandes, wenn dieser auch keinen Radauantisemitismus treibe. Redner betont darum nochmals, daß Organisation für uns Juden alles sei. (Stürm. Beifall., Das nächste Referat über „Die Juden und ihre gesellschaftliche Stellung" gab der zweite Vorsitzende des Verbandes, Herr Albert Bach-Neustadt. In dem interessanten auch die eigenen Fehler des modernen Judentums nicht verhehlenden Referate, betonte der Redner, daß mehr gegenseitige! Achtung, mehr Gerechtigkeit unter den Juden selbst um sich greifen müsse. And dann: man könne stolz darauf sein, sich Jude zu nennen. Mehr Selbstbewußtsein könne manchmal nicht schaden; haben doch die Juden in allen Wissenschaften und Künsten: Medizin, Justiz, Musik und Malerei Hervorragendes -geleistet. Vor allem heiße es für den heutigen Juden, sozial seinen Mann zu stellen, aber auch seine Bürgerrechte zu 'wahren, wenn ganz zu unrecht noch immer der Geldhaß auf Dem Juden laste, selbst wenn dieser nicht viel besitze. Ferner gelte es für die Juden, eine gesundeIugend heranzuziehen, dann vermögen wir treue Juden und treue Deutsche zu sein. (Lebh. Beifall.) Es folgte eine rege Diskussion, an der sich die Herren Oppenheimer Gaubickelsheim (Rheinhessen), Eugen L ö b - Geinsheim, Dr. R. Wolfs, Direktor David-Neustadt, Dr. Kehr- Kaiserslautern und Neu- Pirmasens, beteiligten. K. S. — In Magdeburg fand am 27. Februar eine zahlreich besuchte Versammlung der dortigen Ortsgruppe des Zentral - Vereins unter Leitung ihres Vorsitzenden, Herrn. Max Kallmann, statt. Herr Rabbiner Dr. W ilde schilderte die Ziele des Central - Vereins und die -außerordentlichen Erfolge, die er bisher errungen habe, deren hauptsächlichster es sei, daß, die deutschen Juden trotz aller Meinungsverschiedenheiten selbstbewußt und einig für die Wahrung ihrer Rechte sich zusammengeschlossen hatten. Frau Dr. Eschelbacher - Berlin hielt einen Vortrag über „Der Central-Verein und die Frauen" und rief die Frauen zur Mitarbeit in schwerer Zeit auf, nachdem die neuere Vereinsgesetzgebung die Wege zur Betätigung erweitert habe;, sie zeigte, in wie mannigfacher Weise die jüdische Frau Ersprießliches leisten könne- — Herr Sanitätsrat Dr. Wiesenthal - Berlin sprach über „Die Reichstagswahlen und der Antisemit i s m u s". Er erläuterte insbesondere die Stellung der einzelnen politischen Parteien zum Antisemitismus, die sich daraus -ergebende Taktik des Central-Vereins, die Art, wie wir uns um Wahlkampf betätigt haben durch Geldsammlung, Abwehr