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Im deutschen Reich · 1912-03-01 · Heft 3 (März 1912) · p. 142

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 3 (März 1912)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1912-03-01
Page
142 (sequence 8)
Language
German
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142 Im deutschen Reich. Kleinstadt Schwetz den der Deutschen und der Juden um etwa ein Drittel." Es heißt in dem Bericht dann weiter: „Feuerwehr und Polizei waren dem Janhagel gegenüber völlig machtlos. Aus den Kreissyndikus und auf den Kaufmann Heide l m a n n wurde scharf geschossen. Derbesondere Haß der Polen richtete sich gegen die Juden." — Die Juden bringen in den Ostmarken Vielfach für das Deutschtum Opfer, ohne dafür wenigstens als Deutsche angesehen zu werden, wahrend die „Germania" trotz ihres Namens auch bei dem Vorfall in Schwetz gegen das „Germanisieren" Stellung nahm. Die in bezug auf die Iudenhetze ähnlichen Gesinnungen huldigende konservative „Schlesische Zeitung" konnte doch nicht umhin, zu erklären: „Erwähnt sei, daß. die „Germania", das Berliner ZerUrumsorgem, über die Schwetzer Wahllrawolle einen Berich! bringt, nach welchem die armen Polen von den bösen Deutschen gereizt worden wären und sich gewissermaßen in der Notwehr gegen hakatistische Herausforderungen befunden hätten." Aehnlich der Stellung der Juden in den deutschen Ostmarken ist die Lage ihrer Glaubensgenossen in Provinzen Oesterreichs, in denen sie früher zwischen den Deutschen und Ezechen infolge ihrer Beherrschung beider Sprachen und durch ihre industrielle Betriebsamkeit als vermittelndes Element angesehen wurden. Der alldeutsche Rassenfanatismus, der wesentlich zur Zersplitterung der deutschen Bevölkerung in Böhmen und Mähren beitrug, hat die österreichischen Juden schwer geschädigt, ohne sie der deutschen Sache abwendig zu machen. Aber nur von den deutschen Antisemiten, nicht aber von den Ezechen wurde es verkannt, daß sie im Grunde Pioniere des Deutschtums sind, und so haben sie auch in diesen zweisprachigen Ländern einen schweren Stand zwischen sich feindlich gegenüberstehenden Nationalitäten, die in jeder Periode des Waffenstillstandes ihren Mut an den neutralen Juden kühlen. So ist es, nach einer Mitteilung des in Brünn erscheinenden Blattes „Pozor" erst neuerdings wieder in Göding zu heftigen Kundgebungen gegen die Juden gekommen. Dennoch mehren sich die Anzeichen, daß auch in Oesterreich die Tage des politischen Antisemitismus gezählt sind. Die Niederlage bei den letzten Reichstagswahlen hat die seit dem Tode Luegers gelockerten Bande der Zusammengehörigkeit der christlichsozialen Partei gänzlich zerrissen. Im niederösterreichischen Landtage zerfleischt sich die antisemitische Mehrheit selbst, ohne daß ihre antisemitischen Gegner die Hand zu rühren brauchen. Insbesondere trägt dazu der ehemalige Finanzreferent der Wiener Gemeinde, Hraba, bei, dessen pikante Enthüllungen über die Wiener Antisemiten, die „mit verhatschten Absätzen und zer-

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