Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 3 (März 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1912-03-01
- Page
- 139 (sequence 5)
- Language
- German
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rrmscyau, 139 prallen häufig auf den Schützen zurück. Das Lieblingsthema der „Deutschen Tageszeitung" lautet: „Judentum und Offrzrerkovxs"; es ist am 1. Februar wiederum in dem Organ des „Bundes der Landwirte" an leitender Stelle behandelt worden, ohne daß dabei etwas Neues vorgebracht wurde, offenbar nur um dem Fr ei Herrn v. Zedlitz für seinen am 28. Dezember im „Tag" veröffentlichten Artikel den Text zu lesen. Die Weisheit, die bei diesem Angriff auf den Freiherrn v. Zedlitz verzapft wird, gipfelt in dem Satz: „Da die landwirtschaftliche Bevölkerung den Kern unserer jungen Mannschaft bildet, so würde dieser Kern und die Hauptmasse des Heeres zu Vorgesetzten jüdischer Abstammung eben kein Vertrauen haben und nicht haben können — und darunter würde allerdings die Disziplin in empfindlich st er Weise leiden." Durch solche antisemitischen Erörterungen könnte sie leiden, wenn sie nicht im preußischen Heere dagegen gefestigt wäre. Die Juden, die wie Ballin, Rathenau und viele andere an der Spitze von Betrieben stehen, bei denen sie mehr als ein Bataillon kommandieren, genießen bekanntlich bei ihren Antergebenen nicht geringeren Respekt als irgendein im Kadettenhaus vorgebildeter Vorgesetzter bei seiner Truppe. Der „Deutschen Tageszeitung" geht es auch gegen den Strich, daß in der Gründungsversammlung des Wefyxvexeins 5um }tdl'oevixetenhm Vorsitzenden der nationalliberalen Parlamentarier, Geheimrat Paasche gewählt wurde, der am 25. Februar 1911 im deutschen Reichstag bei der Beratung des Militäretats im Namen seiner Partei erklärt hat: „Dann die Frage der Konfession. Auch da Jahr für Fahr dieselbe Klage und kein Schritt vorwärts. K e i n j ü d i s ch e r E i n j ä h r i g e r w i r d Reserve o f f i z i e r. Es müßte dochmildem Kuckuck z u - gehen, wenn die Militärverwaltung es nicht bei den Offizier kor ps durchsetzen könnte, daß sie auch tüchtige jüdische Einjährige in Vorschlag bringen, daß man Leuten, die die Befähigung zum Vorgesetzten haben, nicht die Ehre verweigert. Wir verlangen, daß die Tüchtigkeit entscheidet und nicht nach Geburt und Konfession gesehen wird." Das veranlaßt das mit der „Staatsbürger-Zeitung" eng verwachsene Agrarierblatt zu der malitiösen Bemerkung: „Sollte Herr Paasche vielleicht den Wehrverein verwechselt haben mit dem sogenannten „Abwehrverein", nämlich dem „Verein zur Abwehr des Antisemitismus"? In demselben Artikel wird aber war-