Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 3 (März 1912)
- Article
- Wahlbetrachtungen
- Date
- 1912-03-01
- Page
- 127 (sequence 7)
- Language
- German
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Wcrhlb etrachtungen. 127 wort sein auf diese neueste jüdisch-liberale Unverschämtheit, aus diesen Kriegsruf, den der jüdische Liberalismus erschallen läßt." (Oberschlesische Volkszeitung vom 6. Februar 1912.) Diese drei Zitate geben uns erheblich zu denken. Nicht als ob wir versuchen wollten, die Verfasser etwa eines besseren zu belehren; aber die Juden selbst müssen ihrerseits in ganz anderem Maße, als bisher geschehen ist, in persönlichem Verkehr mit ihren christlichen Mitbürgern aus die unsachliche Art und Weise des Kampfes Hinweisen. Es muß in weit höherem Maße betont werden, als bisher, daß verhältnismäßig wenige sehr begüterte Juden einer großen Masse solcher gegenüber stehen, die gerade als Juden außerordentlich schwer den Kampf ums Dasein zu führen haben. Die Behauptung einer allgemeinen jüdischen Wohlhabenheit wird immer mehr zu einem Märchen. Einigen sehr reichen Leuten tritt eine übergroße Anzahl von solchen gegenüber, denen die Sorge und der Kampf ums Dasein tiefe Furchen eingraben. Weiterhin sollte man doch in immer höherem Maße darauf aufmerksam machen, daß. die uns gegenüber auch seitens anständig denkender Elemente oft beliebte Verallgemeinerung der Fehler einzelner noch immer nicht genügend bekämpft wird. Ein in Berlin erscheinendes, von einem jüdischen Verleger herausgegebenes, meist von getauften Redakteuren redigiertes Blatt hat vielfach den Unwillen weiter Kreise hervorgerufen. Ob mit Recht oder mit Anrecht, sei hier ganz dahingestellt. Wenn über dieses Blatt gesprochen wird, werden seine Meinungsäußerungen gewissermaßen als die offiziöse Stellungnahme des Judentums angesehen, obgleich von jüdischer Seite wohl niemand auch nur den geringsten Einfluß, auf dieses Blatt ausüben kann. Es wird dann weiter immer so hingestellt, als wenn die Juden diejenigen wären, die auf nichts sehnlicher als auf den großen Kladderadatsch hinstrebten. Dabei wird ganz übersehen, daß man mit dieser Behauptung, doch die andere, die Juden hätten einen großen Teil des deutschen Kapitals in Händen und suchten alles in ihre Macht zu bekommen, nicht recht vereinigen kann. Denn wenn die Juden in ihrem innersten Wesen umstürzlerisch wären, würden, sie sich selbst am meisten schädigen, da sie doch angeblich unendlich reich sind, wie man in allen Antisemitenblättern lesen kann. Wollen etwa die rechtsstehenden Parteien verlangen, daß die Juden zum Dank für die ewigen Hetzereien und Schimpfereien ihnen Helferdienste leisten sollen? Sehen denn die Herren in diesen Parteien nicht ein, daß man gerade durch die Aufwiegelung der Bevölkerung gegen die Juden diese notwendigerweise zu den schlimmsten Feinden der sogenannten „nationalen" Parteien machen muß? Glauben die Herren nicht, daß