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Im deutschen Reich · 1912-02-01 · Heft 2 (Februar 1912) · p. 97

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 2 (Februar 1912)
Article
[Ohne Titel] / L.
Date
1912-02-01
Page
97 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Vereinsnachrichten. 97 beseitigt werden können, wenn die Juden den Mut und die Entschlossenheit haben, sich kräftig zu wehren: „In meinem Wohnorte, sowie in einzelnen benachbarten Gemeinden wurden in katholischen Vereinen, an deren Spitze junge Geistliche stehen, des öfteren Theaterstücke mit antisemitischer Tend enz aus geführt, d. h. S tücke, in d enen Juden als der Inbegriff alles Lächerlichen und Schlechten hingestellt werden. Gegen diese Vorgänge legte ich bei dem Bischof in Osnabrück Verwahrung ein und bat, derselbe möge Maßnahmen zur Beseitigung dieses Mißstandes ergreifen. 'Daraufhin traf innerhalb weniger Tage nachstehendes Schreiben bei dem Anterzeichneten ein: „Im Aufträge Seiner Bischöflichen Gnaden beantworte ich Ihre Eingabe mit Folgendem: Obgleich der Hochwürdigste Herr mit Ihnen der Meinung ist, daß mit den von Ihnen gerügten theatralischen Vorstellungen eine Kränkung des Judentums und seiner Anhänger nicht beabsichtigt wurde, so wird er doch die erste sich bietende Gelegenheit benutzen, Ihrer Bitte bezüglich der Vorstellungen zu entsprechen. Hochachtungsvoll und ergebenst Eez. L. Domkapitular und Regens." Ich füge hinzu, daß Stücke ähnlicher Art in genannten Vereinerr nicht wieder zur Ausführung gelangten. In ähnlicher Weise ging ich gegen den Kriegerverein in A. vor, dessen Leitung sich nachher bei mir entschuldigte; damals wandte ich mich an den Vorstand des deutschen Kriegerbundes." — In Gotha hat sich vor einiger Zeit ein Vorfall ereignet, der ein eigentümliches Schlaglicht auf die Stellungnahme mancher „freisinniger" Blätter zum Antisemitismus wirft. Gelegentlich einer politischen Versammlung und daran anschließender Diskussion kam es zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen dem jüdischen Rechtsanwalt Dr. Gutmann, Mitglied der Demokratischen Vereinigung, und dem Redakteur des „G o t h a i s ch e n T a g e b l a t t s", des Organs der Freisinnigen Volkspartei, Müller. Nachdem infolge des Zusammenstoßes Herr Or. Gutmann den Redakteur Müller verklagt hatte, brachte die Zeitung unter „Vermischtes" in Nr. 290 folgendes: „Eine sonderbare Geschichte. Ein Jude wird erwischt, wie er in einem Christenhause die Fenster einwirft. Von den Angestellten des Hauses bei den Ohren genommen und gehörig geschüttelt, erhebt der Jude ein fürchterliches Geschrei, beschimpft die Christen und läuft, endlich losgelösten, direkt

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