Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 18 (1912)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1912)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1912-02-01
- Page
- 81 (sequence 4)
- Language
- German
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Am scha u. 81 Freunde vor den. Kopf gestoßen hatte. Sie behauptet, daß der Aufsatz des Herrn v. Zedlitz von feinen konservativen Freunden kaum angenehm empfunden werden könne. Nebrigens sei die Zahl der Wehrfähigen und der zum Offiziersdienst Geeigneten erfreulicherweise in Deutschland noch so groß, daß man auf die jüdische Bevölkerung nicht zurückzugreifen brauche. Im Gegenteil, man könnte auf die Heranziehung der Juden zum Heeresdienste überhaupt verzichten, was ohne Zweifel die konsequenteste und beste Lösung der Frage sein dürfte. Die ^Kreuz- Zeitung", die durch ihre Erfahrung mit ihrem eigenen ,April- Artikel' eingeschüchtert, keine bestimmte Stellungsnahme wagt, begnügte sich damit, den Zornesausbruch der „Deutschen Tageszeitung" ohne Kommentar abzudrucken, erließ aber darauf eine Briefkastennotiz folgenden Inhalts: „In der Beurteilung des Aussatzes des Freiherrn v. Zedlitz, betr. die Frage der „jüdischen'Offiziere", stehen wir auf dem Standpunkt der „Deutschen Tageszeitung", und wir glauben, daß sich danach ein Eingehen unsererseits auf jenen Artikel erübrigt." Die Notiz war an A. v. M. in Lang fuhr, also offenbar an einen echten Ostelbier gerichtet, von dem sie wahrscheinlich eine geharnischte Mahnung erhalten hatte. An eine ähnliche Adresse dürfte der Silvester-Artikel der „Staatsbürger-Zeitung" gerichtet gewesen sein, der Sätze enthält, die^wir niedriger hängen, weil sie nicht nur beweisen, daß die Antisemiten zunächst einen weiteren Niedergang ihrer Sache voraussehen, sondern auch, daß sie auf einen durch kindische Drohungen vorzubereitenden späteren Stimmungsumschwung spekulieren. Für diese künftige Wiederbelebung der antisemitischen Sache haben sie schon jetzt „die völkische Jugend" durch Drohungen und Lockungen mürbe zu machen und in eine gereizte Stimmung zu versetzen gesucht. In diesem am Silvester 1911 in der „Staatsbürger-Zeitung" veröffentlichten Aufruf an die „völkische Jugend", heißt es wörtlich: „Wenn es wahr wird, daß wir Deutschnationalen am 12. Januar von den „Deutschen Staatsbürgern jüdischen Glaubens" und ihren Helfershelfern an die Wand gedrückt werden, so könnten in diesem Germanenvolke leicht Kräfte lebendig werden, von denen sich die Feinde unseres Landes