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Im deutschen Reich · 1912-01-01 · Heft 1 (Januar 1912) · p. 36

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 1 (Januar 1912)
Article
Berlin
Date
1912-01-01
Page
36 (sequence 3)
Language
German
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36 Im deutschen Rerch. wenigstens das eine, daß aufrichtige Leute ans R u d e r fehlten, wenn auch zu bezweifeln bleibt, daß sie praktisch mehr erreichen als die bisherigen." --- Die Herren I)r. Oesterreich, Bruhn, Sedlatzek, H. v. Mosch, Kammer u. a. m. halten sich als solche „aufrichtigen Leute" offenbar bestens empfohlen! * — Die von antisemitischer Seite beständig gegen die B i b e l gerichteten Angriffe lassen es bemerkenswert erscheinen, daß sich die „Kreuz-Zeitung" nicht nur nicht an diesen Angriffen beteiligt, sondern auf einen ganz entgegengesetzten Standpunkt gestellt hat und auf diesem beharrt. Sie hat s. Z. bei dem Bebel-Bibel-Streit den Artikel eines der begeisterten christlichen Verehrer des israelitischen P r o v h e ti s m u s, des Geh. Konsistoriolrats Dr. Samuel Oettli in Greifswald veröffentlicht und diesem vor einigen Monaten verstorbenen Theologen kürzlich ein spaltenlanges Gedenkwort gewidmet, das folgende Sätze enthält: „Unermüdlich hat der Entschlafene an dem Verständnis des israelitischen Prophetismus gearbeitet, dem seine ganze Liebe gehörte: sie sind die Organe der göttlichen Offenbarung; bei ihnen finden wir das wesentliche Kennzeichen aller Religion: das Leben in der Gottesgemeinschaft und feine ethische Auswirkung im kräftigen, sittlichen Handeln; sie wollen so wenig von einer Sittlichkeit wissen, die nicht in Gottesfurcht begründet wäre, wie von einer Religiosität, die nicht sofort zum Hebel sittlichen Handelns würde. Die wahrhaft großzügige Auffassung der alttestamentlichen Religion, die Oettli in fruchtbarer literarischer Wirksamkeit entwickelt hat, wird auch in Zukunft in der alttestamentlichen Wissenschaft fortleben. Charakteristisch ist für sie in erster Linie die Verbindung einer streng wissenschaftlichen Arbeitsmethode mit einem offenen Blick für das Offenbarungswalten Gottes in Israel. Für Oettli steht hinter den interessanten Gedankengebilden der religiösen Heroen Israels und hinter dem merkwürdigen Verlauf der alttestamentlichen Religionsgeschichte eine göttliche Realität; darum lehnte er die Wellhause'nsche Anschauung von einer spontanen, von keinem Zweck geleiteten Evolution der israelitischen Religionsgeschichte aus das entschiedenste ab." & — Zu der höchst aktuellen Frage der Berufswahl der j ü d i s ch e n I u g e n d gehen uns ans den Kreisen unserer Mitglieder Mitteilungen zu, die zur Klärung dieser Frage

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